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Putz- & Spachtelarbeiten

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# Allgemeines zu Putzsystemen

Was versteht man unter einem Innenputzsystem?

Unter einem Innenputzsystem versteht man den mehrlagigen Aufbau aus Putzmörteln auf Innenwänden oder Decken, bestehend aus Grundputz (Unterputz) und ggf. Oberputz, der vor Ort aufgebracht und erhärtet. Innenputz bildet einen glatten, schützenden Wandbelag, der die Oberfläche ebnet, das Mauerwerk luftdicht abschließt und als Untergrund für Anstriche oder Tapeten dientgips.degips.de.

Welche Funktionen erfüllt Innenputz in Gebäuden?

Innenputz übernimmt mehrere Aufgaben: Er schützt Wände vor Abrieb und Feuchtigkeit, reguliert die Luftfeuchtigkeit im Raum (besonders bei diffusionsoffenen mineralischen Putzen) und verbessert den Schall- und Wärmeschutz. Außerdem schafft er eine ebene, optisch ansprechende Oberfläche für die weitere Gestaltungbaukobox.debaukobox.de.

Welche Schichten gehören zu einem typischen Innenputzsystem?

Ein Innenputzsystem besteht meist aus einer Grundierung oder Haftbrücke (falls erforderlich), dem Unterputz (Grundputz) und dem Oberputz (Feinputz). Der Unterputz sorgt für Ausgleich von Unebenheiten und Halt auf dem Mauerwerk, der Oberputz ergibt die gewünschte Oberflächenstruktur oder Glätte. Beide Schichten zusammen ergeben die Gesamtputzdicke, die im Innenbereich bei mehrlagigem Putz typischerweise etwa 15 mm im Mittel beträgtbaukobox.de.

Worin unterscheiden sich Innen- und Außenputz?

Außenputz muss witterungsbeständig und frostbeständig sein, während Innenputz keine direkte Bewitterung ertragen muss. Innenputze können glatter ausgeführt werden und enthalten oft Gips als Bindemittel (nur in trockenen Räumen), was außen unzulässig wäre. Außenputzsysteme sind nach DIN EN 13914-1/DIN 18550-1 geregelt und müssen zusätzlich Schlagregen- und Feuchteschutz bieten, während Innenputze nach DIN 18550-2 nur auf übliche Raumfeuchte ausgelegt sindbundesbaublatt.de.

Welche Normen sind für Innenputzarbeiten relevant?

Wichtig sind die DIN 18550 (Teile 1 und 2) für Planung und Ausführung von Innen- und Außenputzen sowie die DIN EN 13914-2 (europäische Ausführungsnorm für Innenputz)ziegel.de. Außerdem nennt die DIN 18350 (VOB/C) die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Putz- und Stuckarbeiten, z.B. zulässige Toleranzen. Für Beschichtungen auf Putz (Anstriche, Tapezierarbeiten) ist DIN 18363 (Malerarbeiten) relevanttex-color.de.

Was regelt die DIN 18550 im Bereich Innenputz?

Die DIN 18550-2 (Ergänzung zur EN 13914-2) definiert Anforderungen an Innenputze. Sie teilt z.B. Innenputz-Oberflächen in vier Qualitätsstufen Q1–Q4 ein und nennt die mittleren Putzdicken (z.B. 10 mm bei einlagigem Gipsputz, 15 mm bei mehrlagigem Putz)baukobox.deweka.de. Auch verweist sie auf Ebenheits-Toleranzen nach DIN 18202 für die jeweiligen Q-Stufenweka.deweka.de. Kurz: DIN 18550 legt die Ausführungsregeln für Putzmörtel, Schichtdicken, Oberflächenqualitäten und deren Prüfungen fest.

Was ist in der ATV DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten geregelt?

Die ATV DIN 18350 (VOB/C) enthält Vertragsregeln für Putzarbeiten. Dort ist z.B. festgelegt, dass Maßabweichungen im Putz innerhalb der Toleranzen der DIN 18202 liegen dürfen. Außerdem definiert sie, dass Innenputze ohne besondere Angabe mindestens in Qualitätsstufe Q2 auszuführen sindweka.deweka.de. Erhöhte Anforderungen (Q3/Q4 oder besonders plane Flächen) gelten als „Besondere Leistung“ und müssen vertraglich vereinbart werdenweka.de.

Welche Qualitätsstufe der Putzoberfläche ist Standard im Innenbereich?

Standardmäßig wird eine Innenputz-Oberfläche in Qualitätsstufe Q2 ausgeführt, sofern kein höherer Anspruch vereinbart wurdeweka.de. Q2 bedeutet, dass der Putz eben abgezogen und üblich geglättet oder gefilzt ist, was den normalen Anforderungen für nachfolgende Tapezier- oder Anstricharbeiten genügt. Höhere Q-Stufen (Q3, Q4) müssen ausdrücklich beauftragt werden und erfordern Mehraufwandweka.deweka.de.

Wie viele Qualitätsstufen (Q1–Q4) gibt es für Innenputz und was bedeuten sie?

Es gibt vier Qualitätsstufen: Q1 für geringe optische Anforderungen (geschlossene Putzfläche, Bearbeitungsspuren zulässig), Q2 für Standardqualität (eben abgezogene und z.B. leicht gefilzte Oberfläche, kleine Unebenheiten zulässig)gips.degips.de, Q3 für erhöhte Anforderungen (zusätzliche Feinbearbeitung, gleichmäßige Struktur ohne sichtbare Ansätze)gips.degips.de, und Q4 für höchste Ansprüche (vollflächig überspachtelt oder extrem geglättet für makellose Oberfläche)ziegel.deziegel.de. Mit steigender Q-Stufe werden die Oberflächen glatter und ebener, jedoch steigt auch der Arbeitsaufwand.

Was bedeutet „mineralischer Putz“ im Unterschied zu „Kunstharzputz“?

Mineralische Putze verwenden anorganische Bindemittel wie Gips, Kalk oder Zement. Sie härten durch Hydratation bzw. Carbonatisierung aus und sind diffusionsoffen (wasserdampfdurchlässig)bautrockner-verleih.debautrockner-verleih.de. Kunstharzputze hingegen enthalten organische Bindemittel (Harze) und kommen meist als dünne Oberputze zum Einsatz; sie härten durch Trocknung aus und sind oft weniger diffusionsoffen, dafür elastischer. Im Innenbereich werden überwiegend mineralische Putze genutzt, während Kunstharzputze eher für dekorative Oberflächen oder spezielle Anforderungen (z.B. hohe Abriebfestigkeit) verwendet werden.

Was sind die gängigen Mörtelgruppen bzw. Putzmörtel-Kategorien im Innenbereich?

Traditionell wurden Innenputze nach Mörtelgruppen P I bis P IV eingeteilt: P I – Kalkmörtel (Luftkalk), P II – Kalk-Zement-Mörtel, P III – Zementmörtel, P IV – Gipsmörtel. Heute erfolgt die Klassifizierung oft nach europäischen Normen (z.B. Druckfestigkeitsklassen CS I–CS IV nach EN 998-1). Für die Praxis relevant: Gips- und Gipskalkputze (entspricht etwa P IV) für trockene Innenräume, Kalk- und Kalkzementputze (P I/II) für Feuchträume oder Sanierungen, Zementputze (P III) hauptsächlich für besondere Beanspruchung.

Was versteht man unter „Edelputz“?

Als Edelputz bezeichnet man einen dekorativen Oberputz mit besonders feiner oder durchgefärbter Oberfläche. Edelputze sind meist werkseitig vorgemischte Oberputze mit hochwertigem Bindemittel (z.B. Weißkalk, Gips oder Kunstharz) und speziellen Zuschlägen für strukturierte Optiken. Sie werden als letzte dünne Schicht auf den Grundputz aufgetragen und dienen der Gestaltung (z.B. Kellenwurf-, Reibe- oder Modellierstruktur). „Edelputz“ ist kein normtechnischer Begriff, sondern beschreibt hochwertige, dekorative Putzoberflächen.

Welche typischen Oberflächenbearbeitungen gibt es bei Innenputz?

Üblich sind z.B. abgezogene Oberflächen (mit der Latte glatt abgezogen, aber nicht weiter geglättet), geglättete Oberflächen (mit Glättkelle oder Traufel nachbearbeitet für eine glatte Fläche), geriebene Oberflächen (mit Reibebrett/Kunststoffscheibe verrieben, ergibt gleichmäßige Körnung) und gefilzte Oberflächen (mit nassem Filzbrett überschwommen für eine feinporige, sandige Textur)ziegel.deziegel.de. Je nach Bearbeitung entstehen unterschiedliche Strukturen und Gütegrade (z.B. geglättet meist glatter als gefilzt).

Wie beeinflusst Innenputz das Raumklima?

Mineralische Innenputze wirken als Feuchtepuffer: Sie nehmen überschüssige Luftfeuchtigkeit auf und geben sie bei trockener Luft wieder abmy-hammer.de. Dadurch helfen sie, das Raumklima zu regulieren. Kalk- und Lehmputze sind besonders diffusionsoffen und können durch ihren hohen pH-Wert Schimmelbildung hemmenmy-hammer.de. Gipsputz reguliert Feuchte ebenfalls, jedoch nur bis zu einem gewissen Grad und sollte nicht dauerhaft durchfeuchtet werdenmy-hammer.de. Insgesamt tragen Innenputze zu einem ausgeglichenen und gesunden Raumklima bei.

Können Innenputze zum Brandschutz beitragen?

Ja. Mineralische Putze (z.B. auf Gips-, Kalk- oder Zementbasis) sind nicht brennbar und können die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen erhöhen. Im Brandschutzkonzept werden z.B. in notwendigen Treppenhäusern oft nicht brennbare Putze verlangt (Gips- oder Kalkzementputz erfüllen normalerweise die Klasse A1)baukobox.debaukobox.de. Außerdem können definierte Putzdicken gemäß DIN 4102-4 erforderlich sein, um bestimmte Feuerwiderstandsklassen einer Wand zu erreichenbaukobox.de. Innenputz kann also als Putzschicht auch Brandschutzanforderungen unterstützen, sofern er mineralisch und entsprechend dimensioniert ist.

Gibt es Innenputze mit wärmedämmenden Eigenschaften?

Ja, sogenannte Wärmedämmputze oder Leichtputze enthalten leichte Zuschläge (z.B. Perlite, Polystyrol-Kügelchen) und weisen eine geringere Wärmeleitfähigkeit auf als Standardputz. Sie dienen dazu, zusätzlich zur Oberflächenfunktion einen Dämm-Effekt zu erzielen. Allerdings sind sie nur begrenzt im Innenbereich sinnvoll – meist eher bei Innendämmungs-Systemen. Ihre maximale Dicke kann durch bauphysikalische Anforderungen begrenzt seinziegel.deziegel.de. Generell bieten Wärmedämm-Leichtputze etwas besseren Wärmeschutz, sind aber weicher und weniger strapazierfähig als Standardputze.

Was ist der Vorteil maschinell aufgetragenen Putzes gegenüber Handputz?

Maschineller Putzauftrag (mit Putzmaschine) ermöglicht schnelleres und gleichmäßigeres Arbeiten auf großen Flächen. Der Mörtel wird kontinuerlich angemischt und per Förderpumpe an die Wand gespritzt, was Zeit und Kraft spart. Zudem ergibt die maschinelle Verarbeitung meist eine homogene Putzstruktur und konstante Mörtelqualität. Handputz ist hingegen bei kleineren Flächen oder Ausbesserungen flexibler, aber auf großen Flächen weniger rationell. Insgesamt sind Maschinenputze wirtschaftlich vorteilhaft und ergeben in einem Spritz- und Glättgang gebrauchsfertige Flächenbundesbaublatt.debundesbaublatt.de.

Wann ist Handputz gegenüber Maschinenputz vorteilhaft?

Handputz empfiehlt sich bei sehr kleinen Flächen, schwierigen Details oder Ausbesserungen, wo das Aufbauen und Reinigen einer Putzmaschine unverhältnismäßig wäre. Auch bei speziellen Putzen (z.B. Lehmputz oder dekorative Techniken) wird oft von Hand gearbeitet, um mehr Kontrolle zu haben. In der Regel gilt: Große, zusammenhängende Flächen -> Maschinenputz; Kleinstflächen, Detailarbeiten oder künstlerische Putze -> Handputz. Beide Methoden liefern bei fachgerechter Ausführung gute Ergebnisse – es ist eher eine Frage von Fläche, Zeit und Material.

# Untergrundprüfung und -vorbereitung

Warum ist die Prüfung des Putzgrundes vor dem Verputzen wichtig?

Der Putz haftet nur so gut wie der Untergrund. Eine sorgfältige Untergrundprüfung ist wichtig, um Tragfähigkeit, Festigkeit, Sauberkeit und Feuchtigkeit des Untergrunds festzustellen. Wenn der Putzgrund ungeeignet (z.B. zu feucht, staubig oder instabil) ist, kann der frisch aufgetragene Putz später reißen, hohl klingen oder sich lösen. Daher schreiben Regelwerke (z.B. VOB/C DIN 18363) vor, den Untergrund vor Beginn der Arbeiten auf Tragfähigkeit, Trockenheit, Festigkeit und Sauberkeit zu prüfentex-color.de.

Wie prüft man, ob ein Untergrund tragfähig und fest ist?

Zunächst durch Sicht- und Klopfprobe: lose Teile, hohle Stellen oder sandende Flächen erkennt man durch Abklopfen (hohles Geräusch) oder Abreiben (Sand auf der Hand). Bei Zweifeln kann eine sogenannte Abreißprobe durchgeführt werden: Man klebt ein Gewebe mit Mörtel auf den Untergrund und reißt es nach dem Erhärten ab. Bleibt der Mörtel am Untergrund und reißt im Mörtel (Kohäsionsbruch), ist die Haftung ausreichend; löst sich das Mörtelstück komplett, ist der Untergrund nicht tragfähigziegel.deziegel.de. In der Praxis genügen meist optische Prüfung und das Abkratzen mit einem Spachtel, um Festigkeit einzuschätzen.

Wie testet man die Saugfähigkeit eines Putzuntergrundes?

Die Saugfähigkeit lässt sich mit dem Wassertropfentest überprüfen: Man spritzt etwas Wasser oder benetzt eine Stelle der Wand. Zieht das Wasser sehr schnell ein und dunkelt der Untergrund sofort stark nach, ist er stark saugend. Bleibt der Tropfen lange stehen, handelt es sich um einen schwach oder nichtsaugenden Untergrund. Stark saugende Untergründe (z.B. Porenbeton, trockenes Ziegelmauerwerk) müssen vorgängig genässt oder mit einer Aufbrennsperre behandelt werden, damit dem Putz nicht zu schnell Wasser entzogen wirdziegel.de.

Woran erkennt man, dass der Untergrund zu saugfähig ist?

Ein sehr saugfähiger Untergrund macht sich bemerkbar, wenn Wasser sofort wegsaugt („Aufbrennen“) und die Oberfläche stark kreidet. Auch das Auftragen von Putzmörtel würde bei zu saugfähiger Wand erschwert: der Mörtel „brennt an“, verliert rasch Wasser und kann keine geschlossene Oberfläche bilden. Sichtbar wird das oft durch matte, staubige Stellen, die den frischen Putz schnell austrocknen lassen. Solche Untergründe müssen durch Vornässen oder Grundieren „gebremst“ werden, um ein Aufbrennen zu verhindern.

Was ist eine Aufbrennsperre und wann wird sie eingesetzt?

Eine Aufbrennsperre ist ein Spezial-Grundieranstrich, der stark saugende Untergründe behandelt. Sie reduziert und egalisiert die Saugfähigkeit, damit der Putz nicht vorzeitig „ausbrennt“ (d.h. sein Anmachwasser zu schnell verliert). Man setzt sie ein auf Untergründen wie Porenbeton, Ziegel oder alten putzfreien Stellen, die unterschiedlich saugen. Durch die Aufbrennsperre bleibt das Wasser im frischen Putzmörtel länger erhalten, sodass er normal abbinden kann.

Wie geht man mit glatten Betonflächen als Putzuntergrund um?

Glatter Beton ist sehr dicht und schwach saugend – hier haftet Putz schlecht ohne Maßnahmen. Daher muss eine Untergrundvorbehandlung erfolgen: Entweder Aufrauen (Strahlen, Stocken) und gründliche Reinigung oder Auftragen einer Haftbrücke aus einem Bindemittel-Sand-Gemisch (Spritzbewurf oder Haftputz)ziegel.deziegel.de. Eine Haftbrücke enthält oft groben Sand/Körnung und schafft eine raue Kontaktfläche, damit der Putz auf dem Beton hält. Wichtig ist außerdem, dass Betonflächen frei von Schalöl- oder Trennmittelresten, Staub und Fett sind, da solche Rückstände die Haftung stark vermindernziegel.de.

Wann ist eine Haftbrücke erforderlich?

Immer dann, wenn der Untergrund zu glatt oder dicht ist, um Putz aufzunehmen. Typische Fälle: glatte Betonfertigteile, gegossene Ortbeton-Decken, keramische Fliesen oder sehr dichtes Mauerwerk. Eine Haftbrücke (z.B. zementöser Spritzbewurf mit Haftemulsion oder spezieller Haftgrund mit grober Körnung) wird vor dem Verputzen aufgebracht, um eine rauhe, griffige Oberfläche zu schaffen. Auch bei Mischmauerwerk (unterschiedliche Materialien) kann eine Haftbrücke oder vollflächige Armierung sinnvoll sein, um die Putzhaftung zu sichern und Risse an Materialübergängen zu vermeiden.

Welche Arten von Grundierungen gibt es für Putzgründe und wann werden sie verwendet?

Man unterscheidet im Wesentlichen: Tiefengrund (fluid, dringt ein) zur Verfestigung und Reduzierung der Saugfähigkeit bei sandenden oder porösen Untergründen; Haftgrund/Quarzgrund (mit Zuschlägen, z.B. Quarzsand) für glatte, nichtsaugende Flächen wie Beton oder Gipskarton, um Rauigkeit und Haftung zu erhöhentex-color.detex-color.de; sowie Sperrgrund/Aufbrennsperre für stark saugende Untergründe, um das Aufbrennen zu verhindern. Die Wahl richtet sich nach dem Untergrund: saugend -> Tiefengrund/Aufbrennsperre, glatt -> Haftgrund mit Sand.

Kann man neuen Putz auf einen bestehenden Altputz auftragen?

Ja, das ist möglich, wenn der Altputz tragfähig, trocken und frei von losen Stellen ist. Der Altputz muss sorgfältig auf Hohlstellen abgeklopft und auf Risse geprüft werden. Lose oder hohle Bereiche müssen entfernt oder befestigt werden. Ein fester, rauer Altputz kann nach Reinigung direkt überputzt werden; ist er glatt oder beschichtet, benötigt er evtl. einen Haftgrund. Wichtig: Unterschiede in Putzstärke an Übergängen zum Altputz ausgleichen und evtl. an diesen Stößen Gewebe einbetten, um späteren Rissen vorzubeugen.

Muss alter, loser Putz vor Neuputz entfernt werden?

Ja – alter Putz, der nicht mehr fest am Mauerwerk haftet (hohle Stellen, Abplatzungen) oder stark kreidet, muss abgeschlagen werden. Ein neuer Putzaufbau erfordert einen stabilen Untergrund; auf losem, porösem Altputz würde der neue Putz ebenfalls nicht halten. Daher gilt: alles, was locker oder weich ist, vorher restlos entfernen, Kanten ausranden und die Fläche ggf. mit Haftbrücke vorbereiten, bevor neu verputzt wird. Nur fest anhaftende Altputzreste dürfen bleiben, sofern sie gut vorbehandelt (gereinigt, angegrenzt) sind.

Wie bereitet man einen Untergrund mit alten Farbanstrichen oder Tapeten vor?

Alte Tapeten müssen vollständig entfernt werden, da sie als Trennschicht wirken. Wasserlösliche Leimfarben oder Kalkanstriche sind ebenfalls zu entfernen bzw. abwaschen. Feste Dispersionsanstriche kann man anschleifen oder anritzen, um die Haftung zu verbessern, oder man verwendet einen Haftgrund. Wichtig ist, dass keine losen, blätternden Farbreste bleiben und der Untergrund frei von Kleister- oder Tapetenleim ist. Notfalls macht man eine Probeverputzung – hält der Putz auf dem Anstrich (Brettchenprobe), kann man verputzen; ansonsten Anstrich abbeizen oder mechanisch entfernen.

Wie behandelt man Untergründe mit Salzausblühungen vor dem Verputzen?

Bei Ausblühungen (Salzkrusten) handelt es sich meist um Feuchtigkeitsschäden. Hier muss zuerst die Ursache der Durchfeuchtung beseitigt werden. Die salzbelasteten Putz- oder Mauerwerksschichten sollten entfernt werden. Anschließend kann ein spezieller Sanierputz eingesetzt werden: dieser nimmt Salze in seinen Poren auf, ohne zu schädigenbaukobox.de. Vor dem Verputzen ist der Untergrund mehrmals trocken abzubürsten oder abzusaugen, um lose Salze zu entfernen. Gegebenenfalls wird eine Salzgrundierung oder Porengrund aufgetragen. Erst dann folgt der Sanierputz gemäß WTA-Merkblatt, der die Salze einlagert und eine trockene Oberfläche bildet.

Welche Restfeuchte darf ein Beton- oder Ziegeluntergrund maximal haben, wenn Gipsputz aufgetragen werden soll?

Gipsputze verlangen relativ trockene Untergründe. Als Richtwert gilt häufig: Beton maximal ~3 Masse-% Restfeuchtebaukobox.debaukobox.de. Ziegelmauerwerk sollte oberflächlich trocken sein (keine „dunklen“ feuchten Stellen). Generell schreibt die Praxis: keine anhaltend nassen oder frisch durchnässten Untergründe für Gipsputz, da sonst Haftungsprobleme oder Versagen (Gips löst sich bei Dauerfeuchte) drohen. Im Zweifelsfall sollte man den Untergrund einige Wochen austrocknen lassen oder alternativ einen Kalk/Zementputz verwenden, der mit höheren Restfeuchten zurechtkommt.

Warum muss der Untergrund sauber, staub- und fettfrei sein?

Staub, Schmutz oder Öl wirken als Trennschicht – der Putzmörtel kann sich nicht mit dem Untergrund verzahnen. Fett oder Ölrückstände (z.B. Schalöle auf Beton) verhindern die Haftung sogar drastischziegel.de. Darum ist eine Reinigung Pflicht: lose Partikel abkehren, absaugen oder abwaschen; Öle mit Lösemitteln entfernen; ggf. mechanisch aufrauen. Nur auf einem sauberen, griffigen Untergrund kann der Putz kraftschlüssig verbinden. Bleibt Schmutz drauf, kann es später zu Ablösungen oder hohlem Klang kommen.

Wie bereitet man unterschiedliche Untergründe (Mischmauerwerk) für den Putz vor?

Bei Mischmauerwerk – z.B. abwechselnd Ziegel und Beton oder Sandstein – variieren Saugverhalten und Dehnungsverhalten. Hier sollten zunächst alle Teilflächen einheitlich vorgestrichen werden (Grundierung oder Spritzbewurf), um die Saugfähigkeit anzugleichen. Außerdem werden an den Materialgrenzen Putzarmierungsstreifen (Glasgittergewebe) eingebettet, meist diagonal oder vollflächig, um Spannungen aufzunehmen. Gerade Übergänge zwischen unterschiedlichen Materialien sind rissgefährdet; ein Gewebestreifen mindestens 20 cm überlappend auf beiden Seiten kann Risse deutlich reduzieren.

Was ist an Übergängen von Mauerwerk zu Beton zu beachten?

Übergänge wie z.B. von einer gemauerten Wand zu einem Betonstützen oder Ringanker sind „Sollrissstellen“, da Beton und Mauerwerk unterschiedlich schrumpfen und arbeiten. Dort sollte man einen Putztrennstreifen oder eine Bewegungsfuge einplanen – beispielsweise einen Kellenschnitt im Putz anlegen oder ein Trennfugenprofil setzen. Alternativ wird über dem Übergang ein breiter Armierungsstreifen eingelegt, der die Zugspannung verteilt. Wichtig: Beide Untergründe müssen gut vorbereitet sein (Beton mit Haftbrücke, Mauerwerk vorgenässt), damit der Putz überall haftet und an der Übergangsstelle elastisch überbrückt werden kann.

Welche Umgebungstemperatur und Bedingungen sollen beim Verputzen herrschen?

Optimal sind moderate Bedingungen: Luft- und Bauteiltemperatur zwischen +5 °C und +30 °C. Unter +5 °C darf nicht geputzt werden, da der Mörtel nicht richtig abbindet (Frostgefahr)ziegel.de. Zu hohe Temperaturen (über ~30 °C, starke Sonne, Zugluft) führen zu schnellem Wasserentzug – hier drohen Schwundrisse und Festigkeitsverlustziegel.de. Darum im Sommer ggf. Schatten spenden, in zugigen Rohbauten Fenster schließen. Relative Luftfeuchte um 50–70% ist günstig: zu trocken lässt den Putz zu schnell trocknen, zu feucht verzögert die Erhärtung.

Kann auf feuchten oder nassen Wänden geputzt werden?

Nein, ein durchnässter Untergrund ist ungeeignet. Ist das Mauerwerk nass (z.B. nach Wasserschaden), muss es erst ausreichend trocknen, bevor Putz draufkommt – sonst schließt man die Feuchtigkeit ein und es kann zu Schimmel oder Putzablösungen kommen. Leicht feuchte Wände (Restbaufeuchte) sind für Kalk/Zementputz tolerierbar, solange sie saugfähig sind. Für Gipsputz gilt: Untergrund unbedingt trocken (max. 3 % Restfeuchte bei Beton)baukobox.de, da Gips auf nassem Grund nicht abbinden kann. Im Zweifelsfall sollte man mit dem Verputzen warten oder den Einsatz von Sanierputzen prüfen, die auf feuchtem Untergrund funktionieren.

Was passiert, wenn man auf einem unzureichend tragfähigen Untergrund verputzt?

In diesem Fall drohen schwere Mängel: Der Putz kann sich teilweise oder flächig von der Wand lösen, Hohlstellen bilden oder reißen. Direkt nach dem Auftrag kann der Mörtel „absacken“ oder Blasen werfen. Später, nach Trocknung, hört man hohle Stellen beim Abklopfen, die sich mit der Zeit lösen können. Der Putz erfüllt dann nicht seine Funktion (Schutz, Luftdichtheit) und muss meist aufwendig saniert werden. Deshalb sind lose Altputze, Tapeten, mürbe Anstriche etc. vorab immer zu entfernen – ein solider Putz braucht einen soliden Grundtex-color.detex-color.de.

Warum sollte man glatte Untergründe vor dem Putzen aufrauen?

Bei spiegelglatten Flächen (Beton, alte Fliesen, dichte Steine) findet der Putz keinen Halt – es fehlen mechanische Griffstellen. Durch Aufrauen (z.B. mit einem Nagelbrett, Fräsen oder Sandstrahlen) entstehen kleine Vertiefungen und Rauigkeiten, in die sich der Putzmörtel krallen kann. Alternativ erreicht man ähnliches mit einer Haftbrücke aus grobkörnigem Material. Ohne diese Maßnahme würde der frische Putzfilm schlicht „abrutschen“ oder beim Erhärten ablösen. Eine gut aufgeraute Oberfläche verbessert die Verbundfestigkeit erheblich und verhindert spätere Hohlstellenziegel.deziegel.de.

Wie kann man die Haftung eines alten Putzes testen, bevor man darüber putzt?

Eine einfache Methode ist der Gitterschnitt oder Kratztest: Mit einem Spachtel kreuzweise einritzen – bröckelt oder sandet der Altputz dabei stark, haftet er nicht mehr gut. Professioneller ist die Abreißprobe (wie oben beschrieben) oder ein Abklopfen: klingt es hohl, liegt eine Ablösung vor. Zudem kann man an unauffälliger Stelle ein Stück Altputz abschlagen: Löst er sich leicht und zeigt keine feste Verbindung zum Mauerwerk, muss er runter. Bleibt er nur mit Hammer/Meißel schwer lösbar, sitzt er fest. Ggf. kann ein kleines Probeflächen-Überputz gemacht werden und nach dem Erhärten mit dem Hammer geprüft werden, ob die Schicht gut verbunden ist – das ist aber riskanter.

# Putzarten und ihre Eigenschaften

Welche Hauptbindemittel bzw. Putzarten werden im Innenbereich verwendet?

Gängig sind Gipsputze (Bindemittel Gips/Calciumsulfat), Kalkputze (Bindemittel Luftkalk), Kalkzementputze (Mischung aus Kalk und Zement), Zementputze (Bindemittel reiner Zement) und Lehmputze (Bindemittel Ton/Lehm). Daneben gibt es Gips-Kalk-Mischputze und Leichtputze mit Leichtzuschlägen. Die Wahl des Bindemittels beeinflusst Eigenschaften wie Festigkeit, Feuchteverträglichkeit und Abbindezeit. Innen werden überwiegend Gips- und Kalk(zement)putze eingesetzt; Zementputz nur bei Bedarf hoher Feuchtebeständigkeit, Lehmputz aus bauökologischen oder raumklimatischen Gründen.

Was zeichnet Gipsputz aus?

Gipsputz (Calciumsulfat-Basis) bindet sehr schnell ab und ermöglicht glatte Oberflächen. Er ist in der Regel einlagig aufzutragen und ergibt eine feine, harte Oberfläche, die sich leicht glätten lässtbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Gipsputz reguliert die Luftfeuchtigkeit, da er Feuchte aufnehmen und wieder abgeben kann, allerdings weniger als Kalk. Wichtig: Er ist nur für trockene Innenräume geeignet – bei ständiger Feuchte weicht Gips auf.

Welche Vor- und Nachteile hat Gipsputz?

Vorteile: schnelle Abbindezeit (schneller Baufortschritt), sehr glatte und dekorative Oberfläche erreichbar, meist in einem Arbeitsgang fertig (einlagig, maschinengängig), gute Schalldämmung durch hohe Rohdichte. Nachteile: empfindlich gegen dauerhafte Feuchtigkeit – verliert Festigkeit bei Durchfeuchtungmy-hammer.de, nicht schimmelhemmend (pH neutral), relativ geringe Abriebfestigkeit im Vergleich zu Zementputz. In häuslichen Küchen und Bädern kann Gipsputz verwendet werden, sollte aber nicht direkt im Nassbereich dauerhaft Wasser ausgesetzt seinbundesbaublatt.de.

Wofür eignet sich Gipsputz besonders im Innenraum?

Gipsputz wird bevorzugt in Wohnräumen, Büros, Fluren etc. eingesetzt, wo schnelle Trocknung und glatte Wände gewünscht sind. Er eignet sich ideal als Untergrund für Tapeten und Anstriche in trockenen Bereichen. Auch in Badezimmern außerhalb der Spritzwasserzonen wird er oft verwendet, weil er einlagig appliziert werden kann und schnell belegreif istmy-hammer.de. Dank seiner feinen Oberfläche ist Gipsputz zudem beliebt für anspruchsvolle Oberflächengüten (Q3/Q4), da man ohne zusätzliche Spachtelmasse sehr glatt filzen oder glätten kannbundesbaublatt.de.

Was kennzeichnet Kalkputz?

Kalkputz basiert auf Löschkalk (Calciumhydroxid) als Bindemittel. Er härtet langsamer durch Carbonatisierung (Aufnahme von CO₂) aus und bleibt dabei relativ elastisch. Kalkputz ist sehr diffusionsoffen und feuchteregulierend, zudem hoch alkalisch (pH >11) und wirkt dadurch von Natur aus schimmelhemmendmy-hammer.de. Die Oberfläche ist meist etwas rauer (gefiltzt oder abgerieben), und reiner Kalkputz hat nicht die hohe Endfestigkeit von Zementputzen – dafür ein angenehmes Raumklima. Kalkputze werden ein- oder zweilagig aufgetragen.

Welche Vor- und Nachteile hat Kalkputz?

Vorteile: hervorragendes Raumklima durch Dampfdurchlässigkeit, natürliche Schimmelprävention durch hohen pH-Wertmy-hammer.de, geringe Spannungen beim Abbinden (geringeres Rissrisiko bei reinem Kalkputz), umweltfreundlich und historisch bewährt.

Nachteile: langsamere Erhärtung (Kohlensäurebindung dauert länger, Weiterverarbeitung verzögert), geringere Festigkeit und Abriebhärte als gips- oder zementhaltige Putze, nicht für dauernd nass belastete Bereiche (weicht auf bei stehendem Wasser), Verarbeitung erfordert etwas Erfahrung (richtige Nachbehandlung, sonst Gefahr von Schwundrissen).

Wo wird Kalkputz im Innenraum eingesetzt?

Kalkputz findet man oft in Altbauten und Denkmalbereichen, wo ein diffusionsoffener, traditioneller Putz gewünscht ist. Er ist ideal für Wohnräume, Schlafzimmer, Kellerräume oder Bäder mit hoher Luftfeuchte (aber ohne direktes Spritzwasser), weil er Feuchte ausgleichen und Schimmel vorbeugen kannmy-hammer.de. In schlecht belüfteten Bädern (z.B. innenliegende Bäder mit kleinem Fenster) wird Kalkputz empfohlen, da er dort aktiv Schimmelbildung entgegenwirktmy-hammer.de. Außerdem wird Kalkputz als Untergrund für edle Techniken (z.B. Tadelakt, Kalkpresstechniken) verwendet.

Was ist Kalkzementputz?

Kalkzementputz ist ein Mischputz aus Kalk und Zement als Bindemittel (häufig Mischungsverhältnis etwa 1:1 bis 3:1 Kalk:Zement). Er kombiniert die Eigenschaften von Kalk- und Zementputz: durch den Zementanteil ist er fester und feuchtebeständiger als reiner Kalkputz, behält aber eine gewisse Elastizität und Diffusionsoffenheit durch den Kalkanteil. Kalkzementputz wird sehr häufig als Allzweck-Innenputz eingesetzt, da er universell (auch in mäßig feuchten Räumen) einsetzbar und robust ist.

Welche Eigenschaften hat Kalkzementputz?

Kalkzementputz ist widerstandsfähig und vielseitig. Er kann sowohl innen als auch außen verwendet werden (innen meist als Unterputz oder in Bädern). Er härtet hydraulisch durch den Zement und karbonatisch durch den Kalkanteil. Dadurch bekommt er ausreichende Druckfestigkeit, bleibt aber etwas diffusionsoffener als reiner Zementputz. Er ist feuchteverträglicher als Gips und kann auch in häuslichen Feuchträumen genutzt werden. Die Oberfläche lässt sich ähnlich wie Kalkputz oder Zementputz bearbeiten (abgerieben, gefilzt oder geglättet). Insgesamt gilt er als sehr dauerhaft und rissarm, sofern richtig verarbeitet.

Wo verwendet man Kalkzementputz im Innenbereich?

Typische Anwendungsbereiche sind Kellerräume, Garagen, Küchen und Bäder (auch in Bereichen mit zeitweise höherer Feuchte), aber ebenso Wohnräume, wenn eine robuste Oberfläche gewünscht ist. In häuslichen Bädern wird er häufig anstatt Gipsputz gewählt, wenn mehr Feuchteresistenz gewünscht ist (z.B. in der Nähe der Dusche, sofern nicht direkt wasserkontakt). Auch als Unterputz unter Fliesen in Feuchträumen ist Kalkzementputz verbreitet. Kurz: überall dort, wo ein „Allround-Putz“ mit guter Festigkeit und mäßiger Feuchtebelastung gebraucht wird.

Was zeichnet Zementputz aus?

Zementputz besteht hauptsächlich aus Zement als Bindemittel (mit Sand und Wasser). Er ist sehr druckfest und widerstandsfähig gegen Feuchte und mechanische Beanspruchung. Zementputz härtet hydraulisch ab (durch Reaktion des Zements mit Wasser) und erreicht hohe Festigkeiten. Allerdings neigt er zu Schwindrissen, da er stärker schrumpft beim Erhärten, und ist weniger diffusionsoffen. Im Innenbereich wird reiner Zementputz selten verwendet (eher außen oder in industriellen Bereichen), da er sehr hart und spröde ist und ein raues Klima schafft.

Welche Vor- und Nachteile hat Zementputz?

Vorteile: höchste Festigkeit und Härte unter den Putzarten, sehr gute Wasserbeständigkeit – daher geeignet für Nassräume, Außenbereiche oder Sockel, hohe Abriebfestigkeit. Nachteile: Er ist schwer zu verarbeiten (zieht relativ schnell an, kräftiges Anwerfen nötig), schwindet beim Abbinden stärker, was Rissgefahr bedeutet (daher oft zweilagig mit langsamem Erhärten), diffusionsdichter – wirkt weniger feuchteregulierend. Zudem ergibt Zementputz eine rauere Oberfläche und ist nicht so leicht ganz fein zu glätten ohne Zusatzmittel.

Wann wird Zementputz im Innenraum angewendet?

Fast nur in Sonderfällen: z.B. in dauerhaft nassen Bereichen oder Kühl- und Nassräumen in der Industrie, wo andere Putze versagen würden. In privaten Innenräumen verwendet man reinen Zementputz kaum, außer vielleicht im Keller, in Duschnischen (unter Fliesen mit Abdichtung) oder in Hauswirtschaftsräumen mit hoher mechanischer Beanspruchung. Oft wird stattdessen Kalkzementputz genommen, da dieser ausreichend zementhaltig ist. Zementputz innen ist also die Ausnahme und kommt nur bei Bedarf maximaler Feuchtebeständigkeit oder Robustheit zur Anwendung.

Was ist Lehmputz und welche Eigenschaften hat er?

Lehmputz besteht aus Lehm/Ton als Bindemittel, gemischt mit Sand und oft pflanzlichen Fasern. Er härtet rein physikalisch durch Trocknung aus (wird nicht chemisch gebunden). Eigenschaften: sehr diffusionsoffen und feuchteregulierend – Lehm kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was ein exzellentes Raumklima schafft. Außerdem ist Lehmputz vollständig ökologisch (wieder anlösbar, recycelbar) und hat eine warme, natürliche Ausstrahlung. Allerdings ist er nicht wasserfest (Wasser löst ihn wieder an) und erfordert dickere Schichten für die gleiche Festigkeit wie andere Putze.

Welche Vor- und Nachteile hat Lehmputz?

Vorteile: hervorragendes Raumklima, natürlicher Feuchteausgleich, schadstofffrei, leicht reparierbar, speichert Wärme gut (hohe Masse) und bietet guten Schallschutz durch sein Gewicht.

Nachteile: nicht wasserbeständig – ein Wasserschaden kann Lehmputz erweichen, daher ungeeignet für Feuchträume mit Spritzwasser, geringere Druckfestigkeit und Abriebfestigkeit als zementhaltige Putze, längere Trocknungszeiten und etwas aufwendigere Verarbeitung (Lehmputz muss in gewissen Dicken aufgetragen und evtl. mit Gewebe armiert werden). Zudem benötigt er in Nasszonen immer einen Schutz (z.B. Fliesen).

Wo wird Lehmputz im Innenausbau eingesetzt?

Lehmputz wird vor allem im ökologischen Hausbau, in Fachwerk- oder Lehmbauten und zunehmend auch in Wohnbereichen für ein gesundes Raumklima eingesetzt. Typische Räume: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer – überall dort, wo Behaglichkeit und Feuchtepuffer gefragt sind. In Bädern wird Lehmputz höchstens außerhalb der direkten Nassbereiche (nicht in Dusche) verwendet, da er Spritzwasser nicht verträgt. Auch in Museen, Weinkellern oder Ausstellungsräumen schätzt man das Klima durch Lehmputz. Kurzum: Lehmputz kommt in trockenen Innenräumen zum Einsatz, wo Nachhaltigkeit und Wohnklima im Vordergrund stehen.

Kann Lehmputz in Badezimmern verwendet werden?

Nur sehr eingeschränkt. Lehmputz ist nicht wasserfest, daher darf er keinesfalls im direkten Nassbereich (Dusche, Wanne) eingesetzt werden – dort würde er aufweichen. In einem Badezimmer ohne Spritzwasser (z.B. Gäste-WC oder Bereich außerhalb Dusche) kann Lehmputz an Wänden angebracht werden, vorausgesetzt für ausreichende Lüftung ist gesorgt. Er kann dort helfen, Luftfeuchte zu puffern. Allerdings muss man bedenken, dass bei sehr hoher Feuchtigkeit Lehm quellen kann. Generell gilt: wenn im Bad Lehmputz, dann nur spritzwasserfreie Zone und idealerweise mit einer diffusionsoffenen Silikatfarbe als Schutz beschichtet.

Was ist Gips-Kalk-Putz (Kalkgipsputz)?

Das ist ein Mischputz, der sowohl Gips als auch Kalk als Bindemittel enthält. Viele werksgemischte Innenputze kombinieren einen Anteil Gips mit Kalkhydrat – dadurch nutzen sie die schnelle Festigkeit des Gipses und die Geschmeidigkeit sowie Schimmelresistenz des Kalks. Gips-Kalk-Putze (teilweise als Putzmörtelgruppe P IVa bezeichnet) sind für Innenräume mit normaler Feuchte geeignet, haben ein gutes Verarbeitungshandling (lange offen, aber trotzdem zügiges Abbinden) und ergiben feste, glatte Oberflächen. Sie schließen die Lücke zwischen reinem Gips- und Kalkputz, indem sie Vorteile beider Bindemittel vereinen.

Was sind Leichtputze und warum werden sie eingesetzt?

Leichtputze sind Putzmörtel mit leichten Zuschlägen (z.B. Perlite, Polystyrol, Blähton), wodurch ihre Rohdichte reduziert wird. Sie werden eingesetzt, um z.B. auf schwachen Untergründen (Porenbeton, Dämmplatten) nicht zu schwer zu belasten oder um eine bessere Wärmedämmung des Putzes zu erreichen. Ein weiterer Vorteil: Mit Leichtputz kann man größere Putzdicken auftragen, ohne dass der Putz so stark schwindet oder reißt, weil das Material leichter und oft elastischer ist. Innen kommen Leichtputze vor allem als Innen-Dämmputze (Wärmedämmputz) oder als dicke Ausgleichsschichten zum Einsatz.

Warum verwendet man Leichtputz im Innenbereich?

Hauptgründe sind Gewichtsreduktion und Wärmedämmung. In Altbauten mit Innenwand-Dämmung nutzt man Wärmedämmputze, die zugleich als Putz fungieren. Auch wenn sehr unebene Wände ausgeglichen werden müssen, greift man manchmal zu Leichtputz, da man in einer Lage dicker auftragen kann (bis mehrere cm) ohne so hohe Last und Spannungen. Zudem lässt sich Leichtputz oft einfacher bearbeiten (weicher). Der Nachteil ist, dass die Oberfläche weniger hart und strapazierfähig ist als bei normalem Putz. Daher bleibt Leichtputz oft Unterputz, der anschließend mit härterem Oberputz oder Spachtel überzogen wird.

Was ist ein Sanierputz und wann wird er innen eingesetzt?

Sanierputze sind spezielle Putzmörtel mit sehr hoher Porosität und hydrophoben (wasserabweisenden) Eigenschaften, die bei salz- und feuchtebelastetem Mauerwerk eingesetzt werden. Innen nutzt man Sanierputze z.B. in feuchten Kellern oder bei aufsteigender Feuchtigkeit nach Mauerwerksabdichtung. Der Sanierputz nimmt die im Mauerwerk vorhandenen Salze in seinen Poren auf, sodass sie nicht an der Oberfläche auskristallisierenbaukobox.de. Er bleibt trotz Salzeinlagerung stabil und lässt Feuchte in Form von Wasserdampf passieren. Eingesetzt wird er nach Sanierung der Feuchtequelle, um eine trockene, schadensfreie Wandoberfläche herzustellen (z.B. bei Altbausanierung nach Wasserschäden).

Kann man verschiedene Putzarten in einem Raum kombinieren?

Ja, aber mit Bedacht. Unterschiedliche Putzarten haben unterschiedliche Eigenschaften (Ausdehnungsverhalten, Feuchteverhalten). Man kann z.B. im Bad an der Duschwand einen Zement- oder Kalkzementputz verwenden, im restlichen Bereich Gipsputz – das ist praktikabel, erfordert aber an den Übergängen eine Trennung oder Bewehrung, um Risse zu vermeiden. Übereinander geschichtete Putze (z.B. Zementputz als Unterputz, Gipsputz als Oberputz) sind kritisch, da Gips und Zement chemisch reagieren können. Generell sollte der Oberputz weicher oder gleichartig sein wie der Unterputz, nie wesentlich härter (sonst drohen Spannungsrisse)baukobox.debaukobox.de. Kombinationen sind also möglich, solange sie fachgerecht (Trennfuge oder Gewebe an Stoßstellen, Verträglichkeit der Materialien) ausgeführt werden.

Warum darf ein Oberputz nicht härter sein als der Unterputz?

Weil sonst der sprödere Unterputz bei Bewegungen oder Schwinden nachgeben würde, während der harte Oberputz das nicht mitmacht – es kommt zu Rissen oder Abplatzungen. Die Regel „weich auf hart, aber nicht hart auf weich“ gilt allgemein: Ein fester Zementoberputz auf einem weichen Kalk- oder Gipsunterputz wäre mangelhaft, da Spannungen nicht abgefangen werden. Umgekehrt (weicher Oberputz auf festerem Untergrund) ist weniger kritisch, da der Oberputz dann „mitgehen“ kann. Zudem vermeidet man, dass ein sehr harter Oberputz den darunterliegenden Putz absperrt (z.B. diffusionsmäßig oder spannungstechnisch).

Verträgt sich Kalkzementputz auf einem Gipsputz-Untergrund?

Nein, diese Kombination ist problematisch. Wenn Zementhaltiger Putz auf Gips trifft und Feuchtigkeit ins Spiel kommt, kann Ettringit entstehen – ein expansives Mineral. Ettringit hat ein größeres Volumen als die Ausgangsstoffe und erzeugt dadurch Spannungen und Rissbildungen im Putzmein-hausblog.demein-hausblog.de. Außerdem haben Gips und Kalkzement unterschiedliche Feuchteaufnahme und Elastizität, was zusätzlich zu Abplatzungen führen kannmein-hausblog.de. Daher sollte man auf Gipsuntergründen keinen Kalkzement- oder Zementputz direkt aufbringen. Wenn ein Gipsputz ersetzt werden muss, lieber komplett entfernen oder mit geeigneter Grundierung und dünnem Kalkputz arbeiten, anstatt Kalkzement vollflächig drüber zu putzen.

Gibt es innen auch kunstharzgebundene Putze?

Ja, sogenannte Kunstharz- oder Dispersionsputze werden vor allem als dünne Oberputze (Dekorputze) verwendet. Diese kommen gebrauchsfertig im Eimer und enthalten Kunststoffdispersion als Bindemittel. Im Innenbereich nutzt man sie z.B. für dekorative Strukturoberflächen (Reibeputz, Modellierputz) oder an Stellen, wo eine etwas elastischere Beschichtung vorteilhaft ist (z.B. über schwierigen Untergründen). Vorteil: Sie sind hoch abriebfest und in vielen Farben lieferbar. Nachteil: geringere Dampfdiffusionsfähigkeit, und sie gehören in der Verarbeitung eher zum Maler- als zum Maurerhandwerk. In Feuchträumen innen werden sie selten gebraucht, da auch mineralische Putze mit Beschichtung ausreichen.

Welcher Innenputz hat die höchste Oberflächenhärte?

Reiner Zementputz ergibt die härteste Oberfläche, vergleichbar mit Beton. Allerdings wird innen, wie erwähnt, selten reiner Zementputz eingesetzt. Praktisch harte Oberflächen liefert auch Kalkzementputz (durch den Zementanteil). Spezielle Gipsputze mit erhöhten Festigkeiten (durch Zusätze) können ebenfalls eine höhere Oberflächenhärte erreichen – es gibt z.B. hydrophobierte Gipsputze mit Druckfestigkeit ≥ 3,5 N/mm² für Bäderbundesbaublatt.de. Wenn es um Schlagfestigkeit und Abrieb geht, sind zementäre Putze führend. Für normale Wohnbereiche ist aber die Härte von Gips- oder Kalkzementputz ausreichend; härtere Putze wären schwieriger zu glätten und ggf. rissanfälliger.

# Schichtaufbauten und Verarbeitung

Wie ist ein typischer Schichtaufbau bei Innenputz?

Meist besteht der Innenputz aus einer einlagigen oder zweilagigen Putzschicht direkt auf dem Mauerwerk. Bei einlagigem Putz wird in einem Arbeitsgang auf die gewünschte Dicke verputzt (z.B. Gipsmaschinenputz ~10 mm)baukobox.de. Bei zweilagigem Putz gibt es einen Unterputz (Grundputz), der grob abgezogen wird, und darauf einen dünneren Oberputz (Feinputz), der die Oberfläche fein ausbildet. Zusätzlich können Grundierung vor dem Putz und ein Anstrich nach dem Putz dazugehören. In Nassbereichen kommt auf den Putz oft noch eine Abdichtung und Fliesen.

Wie dick soll Innenputz aufgetragen werden?

Die mittlere Putzdicke hängt vom System ab: Einlagige Gips-Innenputze werden meist ca. 10 mm dick im Mittel aufgetragen (Mindestdicke ~5 mm)baukobox.de. Bei mehrlagigem Innenputz (Unter- + Oberputz) beträgt die Gesamtdicke üblicherweise 15 mm im Mittel, mind. 10 mmbaukobox.de. Dünnlagenputze, z.B. Dekorputze, können nur 3–6 mm stark seinbaukobox.de. Sanierputze erfordern oft ≥20 mm. Im Zweifel geben Hersteller technische Merkblätter mit empfohlenen Dicken. Generell sollte die Putzdicke so gewählt werden, dass Unebenheiten ausgeglichen sind, aber nicht unnötig Material aufgebracht wird (zu dicke Schichten neigen zu Rissen).

Wie wird Putzmörtel richtig angerührt?

Meist als Werktrockenmörtel geliefert, wird er gemäß Herstellerangabe mit sauberem Wasser gemischt. In einen Mörtelkübel gibt man zuerst die benötigte Wassermenge, dann den Putz (z.B. Sackware) einstreuen und mit einem Rührquirl klumpenfrei anmischen. Wichtig: Nicht zu viel Wasser – der Mörtel soll plastisch, aber fest “stehen”. Nach einer Reifezeit (üblicherweise 5–10 Minuten) nochmal durchrührentex-color.de. Keine Fremdstoffe beimischen (z.B. keinen Gips zu Kalkzement, keinen Frostschutz), da das die Eigenschaften unkontrolliert änderttex-color.de. Bei maschineller Förderung übernimmt die Putzmaschine das kontinuierliche Mischen im richtigen Verhältnis.

Welche Werkzeuge werden für Innenputz benötigt?

Zur Grundausstattung gehören: Kelle und Traufel (zum Anwerfen und groben Verteilen), Kartätsche/Richtlatte (zum Abziehen und Egalisieren der Putzfläche), Schwammbrett oder Filzbrett (zum Filzen = Anreiben der Oberfläche), Glättkelle oder Stahltraufel (zum Glätten der Oberfläche), Eckkelle für Innenecken, Abziehschiene/Putzlehre zur Einhaltung der Dicke an Punkten. Weiterhin Wasserwaage und Lot für die Ebenheitskontrolle. Bei Maschinenputz: Putzmaschine mit Schneckenpumpe und Spritzdüse, sowie genügend Schläuche und Kompressor. Und natürlich persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Augenschutz beim Anwerfen).

Wie erfolgt der Putzauftrag von Hand?

Beim Handputz wird der angemischte Mörtel entweder mit der Kelle schwungvoll an die Wand geworfen/gespritzt (“angeworfen”) oder mit der Kelle aufgezogen. Das Anwerfen gewährleistet gute Verzahnung mit dem Untergrund. Man arbeitet abschnittsweise von unten nach oben oder oben nach unten, je nach Vorliebe, und bringt etwas Übermaß an Material auf. Anschließend zieht man den frischen Putz mit der Richtlatte (von unten nach oben oder ziehend) auf die gewünschte Dicke ab, indem man überschüssigen Mörtel abstreift. Die entstandenen Riefen und Löcher werden sofort wieder verfüllt und erneut abgezogen, bis die Fläche eben ist.

Wie wird Putz maschinell aufgetragen?

Beim Maschineneinsatz mischt eine Putzmaschine den Trockenmörtel mit Wasser und pumpt den Mörtel durch einen Schlauch. Der Verputzer sprüht den Mörtel mittels einer Spritzdüse auf die Wand – meist in Bahnen. Dabei hält man die Düse ca. 30–50 cm vor der Wand und trägt den Putz gleichmäßig in gleicher Dicke auf. Nach dem Anspritzen einer Teilfläche (typisch 2–4 m Breite) wird sofort mit der Kartätsche abgezogen, um die Ebene herzustellen. Wichtig ist ein gleichmäßiger Rhythmus und genügend Personal, damit immer „nass in nass“ gearbeitet wird und keine Ansatzstellen eintrocknentex-color.de. Die maschinelle Verarbeitung erfordert etwas Koordination, bietet aber eine sehr hohe Flächenleistung.

Wie zieht man Putz richtig ab?

Nach dem Auftrag (von Hand oder Maschine) hält man die Richtlatte (Alu-Schiene) an zwei Auflagepunkten (z.B. Putzleisten oder angrenzende Flächen) und bewegt sie in leicht sägender, ruckelnder Bewegung nach oben. Überschüssiger Mörtel wird dabei abgenommen. Man arbeitet sich Abschnitt für Abschnitt überlappend hoch. Wenn Lücken oder Vertiefungen bleiben, sofort frischen Mörtel einwerfen und erneut abziehen. Wichtig: Die Latte immer plan ansetzen und nicht verkannten, sonst entstehen Beulen. Regelmäßig mit der Wasserwaage kontrollieren, ob die Wand lot- und fluchtgerecht ist. Abgezogen wird normalerweise so, dass etwa 1–2 mm Material Reserve stehenbleiben, die dann beim Filzen/Glätten verteilt werden.

Warum wird Putz abgerieben oder gefilzt?

Das Abreiben oder Filzen dient der Oberflächenbearbeitung, um eine gleichmäßige Struktur und Festigkeit zu erzielen. Beim Abreiben (z.B. mit Moosgummibrett oder Kunststoffreibebrett) wird die Oberfläche nach kurzem Ansteifen kreisend gerieben, wodurch Körnungen gleichmäßig verteilt werden und eine leicht rau strukturierte Fläche entstehttex-color.de. Das Filzen mit dem nassen Filzbrett ergibt ein feineres, sandiges Oberflächenbild – es schließt Poren und zieht feines Material an die Oberfläche. Diese Bearbeitung entzieht auch überschüssiges Wasser und macht die Oberfläche fester. Ohne Abreiben/Filzen würde die Putzoberfläche ungleichmäßig austrocknen und mehr Bearbeitungsspuren behalten.

Wann sollte man den Putz glätten?

Glätten (mit der Glättkelle oder Traufel) erfolgt, wenn eine besonders ebene oder fast spiegelglatte Oberfläche gewünscht ist – etwa für Q3/Q4-Qualität. Der Putz wird nach dem Ansteifen (je nach Mörtel nach 30–90 Minuten) nochmals mit etwas Wasser benetzt und mit der Stahlkelle geglättet. Gipsputze kann man sehr bald nach dem Abziehen glätten, da sie schnell anziehen. Kalk- und Kalkzementputze werden häufig nicht vollflächig geglättet, sondern eher gefilzt, weil Glätten hier schwieriger ist (sie setzen langsamer ab). Generell glättet man, solange der Putz gerade so fest ist, dass er nicht mehr am Werkzeug klebt, aber noch formbar ist.

Wie lange wartet man zwischen Unterputz und Oberputz?

Bei zweilagigem Putz wird oft „frisch in frisch“ gearbeitet, d.h. der Oberputz wird aufgetragen, sobald der Unterputz angezogen aber noch feucht ist (z.B. am nächsten Tag oder sogar am gleichen Tag je nach Material). Dadurch verbinden sich die Lagen chemisch und mechanisch optimal. Ist der Unterputz bereits ausgehärtet, sollte man vor dem Oberputz vornässen oder eine Haftbrücke streichen. Manche Hersteller fordern bei bestimmten Putzen eine Wartezeit (z.B. 1 Tag pro mm Unterputzdicke) bevor der Feinputz kommt, um Schwindrisse zu vermeiden. In der Praxis werden Kalkzement-Unterputze oft 1–3 Tage vorgestreckt, dann dünn vorgenässt und der Oberputz folgt. Wichtig: Regel nachfragen im technischen Merkblatt.

Kann der Oberputz „frisch-in-frisch“ aufgetragen werden?

Ja, das ist durchaus üblich und sogar vorteilhaft, insbesondere bei mineralischen Putzen. „Frisch in frisch“ bedeutet, dass der Unterputz noch feucht und nicht vollständig erhärtet ist, wenn der Oberputz draufkommt. So entsteht ein sehr guter Verbund zwischen den Lagen. Beispielsweise beim zweilagigen Kalkzementputz wird oft direkt am Folgetag der Oberputz auf den noch grünen Unterputz aufgetragen. Zu beachten: Der Unterputz sollte schon ausreichend fest sein, damit der Oberputzauftrag ihn nicht wieder ablöst oder verformt. Wenn zu lange gewartet wurde (Unterputz ganz trocken), muss erneut grundiert werden, damit der Oberputz haftet.

Wie wird Putzarmierungsgewebe eingebaut und wann?

Ein Armierungsgewebe (Glasfasergewebe) wird zur Rissprävention in kritischen Bereichen eingebettet. Man drückt es in eine frische Putzlage (meist Unterputz oder spezielle Armierungslage) ein, etwa in der äußeren Drittelzone der Putzdicke. Überlappung benachbarter Bahnen mindestens 10 cm. Eingesetzt wird Gewebe v.a. auf Mischuntergründen, an Stoßstellen verschiedener Materialien, über vorhandenen Mauerrissen oder auf großflächigen Leichtputzen. Zum Beispiel: In Flächen mit Gefahr von Schwindrissen hat es sich bewährt, vollflächig ein Armierungsgewebe im Unterputz einzubettenziegel.de. Wichtig: Gewebe dient zur Minderung von Spannungsrissen, kann aber baubedingte Bewegungsrisse (Setzungen) nicht vollständig verhindernziegel.de.

Wie schützt man Putzkanten und Ecken?

Dafür verwendet man Putzprofile (Eckschutzschienen) aus verzinktem Stahl oder Kunststoff. Diese werden an Außenecken (z.B. Raumkanten, Fensterlaibungen) vor dem Verputzen angebracht – entweder mit Ansetzmörtel oder durch Aufklemmen. Sie sorgen für eine gerade, schlagfeste Kante. Beim Verputzen wird das Profil überputzt, bleibt aber als Armierung in der Ecke. Innenkanten (Wand-Decke) werden meist einfach sauber gezogen; falls nötig, gibt es Kantenschutzbänder. Außerdem gibt es Putzabschlussleisten (Anputzleisten) an Fensterrahmen: diese halten den Putz von Fenster ab und schaffen einen sauberen Rand und Schutz vor Rissbildung am Fensteranschlussbaumit-selbermachen.de.

Wie erzielt man eine gleichmäßige Putzdicke?

Man kann Putzlehren bzw. Richtprofile setzen: das sind dünne Latten oder Metallprofile, die vertikal an der Wand in gleichen Abständen fixiert werden. Sie definieren die Putzstärke (z.B. 10 mm) – beim Abziehen wird mit der Kartätsche entlang dieser Lehren abgezogen. Nach dem Anziehen des Putzes werden die Lehren herausgezogen und die entstandenen Streifen verspachtelt. Alternativ kann man mit einer Putzmaschine mit Dosiereinrichtung gleichmäßig spritzen und mittels oftmaligem Abziehen ungleichmäßige Stellen ausgleichen. Erfahrene Putzer arbeiten auch „frei Hand“: Sie werfen den Putz überall gleichmäßig dick an (etwas Übermaß) und ziehen dann plan ab. Kontrolle durch Messungen an mehreren Stellen (Dickenstift oder Stahlnagel mit Klebeband als Markierung) schadet nicht.

Was bedeutet „nass in nass“ arbeiten beim Verputzen?

„Nass in nass“ heißt, dass man große Flächen ohne Unterbrechung verputzt, sodass die Ränder nicht antrocknen, bevor der nächste Abschnitt anschließt. So vermeiden sich hässliche Ansätze. In der Praxis heißt das: Genügend Personal oder ein Arbeitsrhythmus, um Wandflächen in einem durchgängigen Zug zu beschichten. Sobald man eine Bahn abgezogen hat, sollte die angrenzende Bahn unmittelbar folgen, bevor die Kante austrocknet. An Gerüsten arbeitet man z.B. mit mehreren Leuten pro Feld. Ansatzstellen vermeiden ist wichtig – z.B. nicht mitten an der Wand Pause machen. Wenn doch, dann an unauffälliger Stelle und den Übergang später mit einem Cutter gerade schneiden und anputzen. Hersteller empfehlen: „zügig ohne Pausen durcharbeiten“tex-color.de.

Was ist beim Verputzen von Decken zu beachten?

Putzarbeiten über Kopf sind anstrengender und der Mörtel muss gut haften. Deshalb mischt man Deckputz eher steifer an (damit er nicht „runterfällt“). Oft wird ein Spritzbewurf als Haftgrund vorgegeben, gerade bei Betondecken. Man wirft oder spritzt den Putz kräftig gegen die Decke in kleinen Portionen und drückt ihn mit der Traufel an. Die Schichtdicke sollte nicht zu groß sein (max. ~15 mm in einer Lage), sonst droht das Eigengewicht den Putz abzulösen. Abziehen erfolgt mit einer Latte in Richtung Licht (Fenster). Und wichtig: sich selbst nicht direkt unter frisch geputzte Stellen stellen – anfangs können Kleckse fallen. Schutzbrille tragen! Gute Belüftung, aber keine Zugluft, damit der Deckenputz nicht zu schnell trocknet.

Kann man Innenputz direkt auf Gipskartonplatten aufbringen?

Normalerweise verspachtelt man Gipskarton (Trockenbau) nur die Fugen; ein dicker Innenputz ist auf Karton nicht vorgesehen, da die Plattenoberfläche nicht genug Haftung bietet und durch Feuchtigkeit aufweichen kann. Es gibt jedoch Dünnputz-Systeme für Gipskarton, z.B. 2–3 mm Kunstharz-Feinputz, die als Dekorputz aufgetragen werden können (mit vorheriger Haftgrundierung). Will man eine massive Putzoberfläche, müsste man die Gipskartonwand erst vollflächig mit Haftbrücke versehen oder ein Armierungsgewebe spachteln und dann dünn verputzen – das ist aufwendig. In der Praxis beschränkt man sich meist auf Spachtelungen (Q3/Q4) und einen Anstrich bei Trockenbauwänden.

Wie verhindert man Ansätze und Fugen beim Putzen großer Flächen?

Durch gute Organisation: große Wandflächen sollten in einem Arbeitsgang bzw. abschnittsweise nahtlos verputzt werden. Dazu nutzt man ausreichend Personal und richtet Arbeitsabschnitte an Gebäudeachsen oder Ecken ein. Sollte ein Ansatz unvermeidlich sein, kann man einen Putzstoß anlegen: am Ende des Tages den Putz entlang einer Dachlatte oder eines Profils sauber abziehen und erhärten lassen. Am nächsten Tag an dieser Kante neu ansetzen (die Kante wird vorher vorgenässt oder mit Haftbrücke bestrichen). Dennoch bleiben Ansätze oft sichtbar, deshalb besser in Ecken oder hinter später verdeckten Bereichen enden. Ideal ist es, Fassaden oder Innenwände über die gesamte Breite „frisch in frisch“ fertigzustellentex-color.de.

Wann müssen Bewegungsfugen im Innenputz vorgesehen werden?

Bewegungs- bzw. Trennfugen im Putz sind nötig, wo auch im Bauwerk Fugen vorhanden sind oder mit größeren Bewegungen zu rechnen ist. Beispiele: bei strukturellen Bauteilfugen (z.B. zwischen Betonwand und Mauerwerk, wenn dort eine konstruktive Dehnfuge besteht) muss der Putz diese Fuge übernehmen – er darf sie nicht überbrücken, sonst reißt er. Auch bei sehr langen zusammenhängenden Wandflächen (zehn Meter und mehr) oder an Gebäudebewegungsfugen setzt man Putzprofile (Trennleisten) ein, die den Putz feldweise unterbrechen. Innen kommt das aber seltener vor als außen; oft reicht es, an Sollbruchstellen Gewebe einzulegen. Wichtig: Putzfugen sollten im Fugenplan der Planung vorgesehen sein, sodass sie an unauffälligen Stellen liegen.

# Spachtelarbeiten (Q1–Q4), Finish und Glätte

Was bedeuten die Qualitätsstufen Q1 bis Q4 im Innenausbau?

Diese vier Qualitätsstufen definieren die Oberflächengüte gespachtelter bzw. verputzter Flächen.

Q1: niedrigste Güte – Oberfläche ist eben abgezogen, aber noch mit sichtbaren Werkzeugspuren; genügt für untergeordnete Bereiche oder Flächen, die überfliest werdenweka.de.

Q2: Standard – Oberfläche ist ansatzfrei abgezogen und z.B. leicht gefilzt, kleinere Unebenheiten zulässig; geeignet für matte Anstriche oder Raufasertapetegips.degips.de.

Q3: erhöhte Glätte – zusätzlich feiner gespachtelt/gefilzt, Struktur gleichmäßig ohne Poren und Körner, für glattere Beschichtungen (matte, glatte Anstriche)gips.degips.de.

Q4: höchste Qualitätsstufe – vollflächig überspachtelt oder glänzend geglättet, praktisch keine Unebenheiten; für anspruchsvollste Oberflächen wie glänzende Anstriche, Lasuren oder Metalltapetenziegel.deziegel.de.

Welche Qualitätsstufe gilt als Standard für Innenputze?

Wenn keine besondere Vereinbarung getroffen ist, wird Q2 als Standardoberfläche ausgeführtweka.de. DIN 18550-2 bzw. DIN V 18550 hat Q2 als Regelqualität normativ festgelegtweka.deweka.de. Q2 – oft „gefiltzt“ oder „geglättet“ – deckt die üblichen Anforderungen (etwa für matte Anstriche oder Tapeten) ab. Q1 wäre zu grob für sichtbare Wohnflächen, Q3 und Q4 sind Sonderleistungen für erhöhte Ansprüche.

Wann sind höhere Q-Stufen (Q3, Q4) erforderlich?

Immer dann, wenn an die optische Perfektion der Oberfläche besonders hohe Anforderungen gestellt werden. Beispiele: Bei Streiflicht (Lichteinfall flach von der Seite, z.B. große Fensterfront) werden kleinste Unebenheiten sichtbar – oft wird Q3 verlangt, um auch bei Streiflicht ein ruhiges Bild zu habenziegel.de. Bei glänzenden Anstrichen oder Metallic-Tapeten verstärken sich Untergrundunregelmäßigkeiten, daher sollte Q4 bzw. vollflächiges Spachteln vereinbart werdenziegel.deziegel.de. Auch in repräsentativen Bereichen (Lobby, Ausstellungsraum) oder wenn Lichtschienen an der Decke entlanglaufen, wird meist Q4 angestrebt. Kurz: Q3/Q4 bei kritischen Lichtverhältnissen oder sehr glatten Endbeschichtungen.

Wie erreicht man eine Oberfläche in Qualitätsstufe Q2?

Q2 gilt als Standard und wird erreicht, indem der Putz eben abgezogen und danach üblich nachbehandelt wird – z.B. abgerieben oder leicht gefilztgips.de. Bearbeitungsspuren oder kleine Poren sind noch zulässig, aber keine groben Unebenheiten oder Grate. Praktisch bedeutet das: nach dem Abziehen mit der Latte wird die Fläche z.B. mit dem Filzbrett abgerieben, sodass sich eine durchgehend geschlossene, gleichmäßige Putzstruktur ergibt. Anschließend kann grundiert und gestrichen werden. Q2-Oberflächen dürfen bei Streiflicht noch leichte Unebenheiten zeigen; diese gelten bei normalem Licht als unauffällig und werden von Standard-Beschichtungen kaschiertgips.de.

Was muss man tun, um Q3-Qualität zu erreichen?

Für Q3 muss über die Standardbehandlung hinaus eine weitere Glätt- oder Filzarbeit erfolgen. Beispielsweise wird ein Q2-gefilzter Putz nach dem Ansteifen nochmal fein nachgefilzt oder geglättet, um strukturlose Stellen zu vermeidengips.degips.de. Bei zweilagigen Putzen (z.B. Kalkzement) wird oft eine zweite dünne Lage als Feinputz aufgetragen. Wichtig ist, dass die Oberfläche sehr gleichmäßig strukturiert ist – Kornanhäufungen oder offene Stellen dürfen nur vereinzelt vorkommengips.de. In der Praxis wird für Q3 oft nach dem ersten Filzen eine dünne Schicht Feinputz oder Spachtel aufgezogen und nochmals abgerieben. Das Ergebnis sind matte, glatte Flächen geeignet für feine Anstrichegips.degips.de.

Wie erreicht man die Qualitätsstufe Q4?

Q4 ist die höchste Stufe und erfordert vollflächiges Verspachteln oder Glätten der Oberfläche. In der Regel wird nach einem Q3-Untergrund eine komplette Schicht Spachtel- oder Glättmasse über die gesamte Wand gezogen und plan geschliffen bzw. geglättetziegel.deziegel.de. Alternativ kann ein spezieller Glättputz (sehr feiner Gips- oder Kalkputz) dünn auf den geglätteten Q3-Putz aufgetragen werden.

Ziel: absolut ebene, geschlossene Oberfläche ohne sichtbare Körnung oder Porigkeit. Q4 verlangt hohes handwerkliches Können – oft sind mehrere Spachtelgänge mit Zwischenschliff nötig. Das Ergebnis eignet sich für Lackanstriche, Lasuren oder auch glänzende Dekortechniken, wo kein Makel versteckt wirdziegel.deziegel.de.

Was ist der Unterschied zwischen „abgezogen“, „geglättet“, „gerieben“ und „gefilzt“?

Das sind verschiedene Oberflächenbearbeitungen:

Abgezogen heißt, dass der frische Putz mit der Kartätsche eben abgezogen wurde, aber ohne weitere Bearbeitung – die Oberfläche ist relativ rau und matt (Rillen vom Abziehen möglich).

Geglättet bedeutet, der Putz wurde mit der Glättkelle glatt gestrichen; die Oberfläche ist relativ eben und dicht, oft mit leichtem Kellenmuster.

Gerieben (mit Reibebrett) ergibt eine körnige Struktur – die Sandkörner im Putz werden sicht- und fühlbar, Oberfläche eher rau (typisch für Scheibenputz/Edelputz).

Gefilzt heißt, mit dem nassen Filzbrett kreisend nachbearbeitet: ergibt eine feine, gleichmäßige, leicht sandige Textur ohne große Körner. Jede Methode beeinflusst Optik und Qualität: gefilzt/gerieben meist Q2, geglättet kann Q3/Q4 erreichen.

Was ist ein „geglätteter Putz“ und wann wählt man diese Ausführung?

Ein geglätteter Putz ist eine Oberfläche, die nach dem Abziehen zusätzlich mit der Glättkelle bearbeitet wurde, um sie zu verdichten und zu ebnen. Man wählt geglättete Oberflächen, wenn man eine sehr feine, plane Wand benötigt, z.B. für Anstriche ohne Struktur. Gipsputze werden oft geglättet ausgeführt, weil sie dann so glatt wie gespachtelte Gipskartonflächen sind. Auch in Bädern (außerhalb Fliesenbereiche) setzt man gern auf geglätteten Putz, der dann direkt gestrichen wirdbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Geglättete Putze können Licht besser reflektieren und wirken edler – allerdings verzeihen sie keine handwerklichen Fehler, da auf glatten Flächen jede Delle auffällt (daher meist mind. Q3).

Was bedeutet „filzen“ beim Putzen?

Filzen ist das Bearbeiten der angezogenen Putzoberfläche mit einem angefeuchteten Filzbrett (oder Schwammbrett). Dabei wird die oberste Schicht des Putzes nochmals angelöst und in kreisenden Bewegungen verteilt. Das Filzen bewirkt, dass Körnchen und Grate entfernt werden und eine gleichmäßige, feinsandige Oberfläche entstehtgips.de. Gleichzeitig holt man feines Bindemittel an die Oberfläche, was kleine Poren schließt. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Der Putz sollte angezogen sein (fingerfest, aber noch feucht). Zu früh filzen führt zum Abrutschen, zu spät filzen bringt nichts mehr. Gefilzte Flächen sind Standard (Q2) und ergeben ein leicht raues, aber homogenes Aussehen.

Wann wird eine Putzoberfläche abgerieben statt geglättet?

Das Abreiben mit dem Reibebrett (meist Moosgummi- oder Kunststoffreibscheibe) wählt man, wenn eine leicht strukturierte, griffige Oberfläche gewünscht ist – oder wenn der Putz eine Körnung enthält, die herausgearbeitet werden soll (z.B. bei Edelputzen mit 2 mm Korn). Es ist auch einfacher bei kalk- und zementhaltigen Putzen, die nicht so leicht spiegelglatt zu glätten sind. Abgeriebene Oberflächen sind unempfindlicher gegen kleine Unebenheiten und eignen sich gut als Untergrund für Tapeten und matte Anstriche (Q2). Man reibt z.B. Kalkzement-Oberputze nach kurzem Ansteifen, um eine gleichmäßige Kornverteilung zu erzielen. Glätten hingegen wird oft bei Gipsputz oder für hochglatte Q3/Q4-Wände gemacht, wo man keine sichtbare Körnung will.

Können alle Putze geglättet werden?

Grundsätzlich ja, aber mit unterschiedlichem Aufwand und Ergebnis. Gipsputz lässt sich sehr gut glätten – er wird beim Abbinden plastisch und ergibt fast streichfähige Oberflächen. Kalkputz kann man auch glätten, aber da er langsamer erhärtet, neigt er zu Sinterhaut, wenn man zu stark glättet; meist werden Kalkputze eher abgefeltzt oder mit feinem Kalkfeinputz geglättet. Kalkzementputz kann geglättet werden, ergibt aber oft eine weniger homogene Fläche (mögliche Schlieren). Zementputz ist am schwierigsten zu glätten (sehr grob und schnelles Ansteifen), meist macht man hier nur Abreiben. Insgesamt werden Putze mit feiner Kornzusammensetzung (Gips, Feinkalkputze) geglättet, grobe oder langsam abbindende Putze eher gefilzt.

Wie erreicht man eine Oberfläche ohne sichtbare Bearbeitungsspuren?

Das erfordert sorgfältiges Verspachteln/Glätten in mehreren Stufen: Zuerst wird die Fläche so gut wie möglich abgezogen (keine Buckel oder Grate). Dann folgen ein oder mehrere Spachtelgänge mit feiner Spachtelmasse – dabei jeweils mit breiter Kelle in weiten Zügen übers ganze Feld arbeiten, sodass keine Ansatzkanten bleiben. Zwischenschliff kann nötig sein. Jede kleine Rille oder jeder Kellenstrich muss beseitigt werden. Besonders bei Q4 wird zum Schluss ein Flutlicht (Streiflicht) auf die Wand gerichtet, um verbliebene Unregelmäßigkeiten aufzuspüren und auszuspachteln. Ziel ist eine „makellose“ Oberfläche. In der Praxis wird absolute Perfektion aber schwierig – ein minimaler Wellenwurf bleibt oft selbst bei Q4 und ist nach Norm tolerierbarweka.deweka.de.

Müssen Q4-Oberflächen geschliffen werden?

Häufig ja. Nachdem die Spachtelmasse vollständig getrocknet ist, wird bei Q4 meist ein Feinschliff mit Schleifpapier (Körnung z.B. 180–240) durchgeführt, um letzte Grate zu entfernen. Allerdings sollte man möglichst wenig schleifen müssen – besser mit der Traufel „auf Null ausziehen“, damit die Oberfläche schon ohne Schleifen plan ist. Übermäßiges Schleifen erzeugt Staub und kann die Oberfläche wieder aufrauen. Daher lieber mehrfache Spachtel-Aufträge in dünnen Lagen und nur einen leichten finalen Schleifgang. Manche Materialien (gute Fertigspachtel) lassen sich so verarbeiten, dass Schleifen fast entfällt. Dennoch: Bei Q4 ist Schleifen fast immer Teil der Arbeitsschritte.

Was ist Malervlies und wann wird es eingesetzt?

Malervlies (oder Glasvlies) ist eine dünne, glatte Vlies-Wandbekleidung, die vom Maler vollflächig auf Wände geklebt wird. Es dient u.a. dazu, Haarrisse zu überbrücken und eine einheitliche, glatte Oberfläche zu schaffen. Malervlies wird oft ab Qualitätsstufe Q2 empfohlen, um spätere Rissbildung zu minimierenziegel.deziegel.de. Auch wenn Wände nur Q2 geputzt sind, kann der Maler durch Vliesbeklebung eine optisch gleichmäßige Fläche für einen Anstrich Q3-ähnlich herstellen. Man setzt Malervlies besonders ein bei kritischen Lichtverhältnissen oder wenn mit leichten Bewegungsrissen gerechnet wird – das Vlies hält die Oberfläche optisch geschlossen.

Welche Endbeschichtungen verlangen Q4-Putz?

Vor allem hochglänzende Anstriche (Lacke, Lasuren) und spezielle Wandbeläge wie Metalltapeten oder seiden glänzende Vinyls erfordern Q4. Solche Beschichtungen verzeihen keine Unebenheiten: Glanz verstärkt jede Delle durch Lichtreflexionziegel.deziegel.de. Auch bei indirekter Beleuchtung (z.B. LEDs in Deckenschiene) werden kleinste Hügelchen als Schatten sichtbar – weshalb oft Q4 gewünscht wird. In Museen oder Galerien, wo streiflichtempfindliche Beleuchtung vorherrscht, wird ebenfalls Q4 ausgeführt, damit Wände absolut ruhig wirken.

Wo sind die Qualitätsstufen Q1–Q4 definiert?

Die Qualitätsstufen wurden zunächst in einem Merkblatt des Bundesverbandes der Gipsindustrie (BFS/Merkblatt „Putzoberflächen Innen“) definiert. Mittlerweile sind sie in DIN V 18550, Anhang B verbindlich beschriebenweka.de. Dort werden Q1–Q4 inhaltlich den Merkblatt-Definitionen gleichgestelltweka.de. Zusätzlich enthält DIN V 18550 zu jeder Q-Stufe die Anforderungen an Ebenheits-Toleranzen nach DIN 18202 (für Q3/Q4 engere Grenzwerte)weka.deweka.de. Auch für Gipskarton-Spachtelarbeiten gibt es vergleichbare Definitionen in Merkblättern (IGG Merkblatt 2) – im Kern sind aber die Q-Stufen für Putz und Trockenbau deckungsgleich in der Zielsetzung.

# Anforderungen an Feuchträume

Was gilt im Bauwesen als „Feuchtraum“?

Ein Feuchtraum ist ein Raum, in dem regelmäßig eine erhöhte Luftfeuchtigkeit auftritt oder der bauteilübergreifend Spritzwasser ausgesetzt ist. Dazu zählen z.B. Duschen, Schwimmbäder, Großküchen, Waschküchen. Nicht jeder Badraum ist automatisch ein Feuchtraum – häusliche Bäder mit zeitweiligem Duschen gelten meist noch als Räume mit „üblicher Luftfeuchte“ laut DIN 18550dbz.de. Erst wenn ständig hohe Luftfeuchte herrscht (z.B. gewerbliches Dampfbad) spricht man von Feuchtraum im engeren Sinne. Die Unterscheidung ist wichtig: Normale Wohnbadezimmer dürfen mit üblichen Innenputzen ausgestattet werdenbundesbaublatt.de, während echte Feuchträume besondere Materialien erfordern.

Ist ein Badezimmer ein Feuchtraum nach Norm?

Gewöhnliche häusliche Badezimmer zählen laut DIN 18550-2 zu Räumen mit normaler Feuchtebelastungbundesbaublatt.de. Selbst wenn dort geduscht wird, sofern sie normal belüftet sind, gelten sie nicht als dauerhaft feucht (im Gegensatz etwa zu Schwimmbädern). Die Norm nennt explizit häusliche Küchen und Bäder als Innenräume mit üblicher Feuchtigkeit, in denen z.B. auch Gipsputz zulässig istbundesbaublatt.de. Natürlich enthält ein Bad lokale Nasszonen (Duschecke), aber das gesamte Bad wird in der Regel nicht als „Feuchtraum“ im strengen Sinn eingestuft, sondern als Wohnraum mit zeitweise hoher Luftfeuchte.

Welche Putzarten eignen sich für häusliche Bäder?

In Badezimmern ohne dauerhafte Nässe können sowohl Gipsputze als auch Kalk- oder Kalkzementputze verwendet werden. Gipsputz ist dank einlagiger Verarbeitung beliebt und nach DIN 18550-2 ausdrücklich in häuslichen Bädern erlaubtbundesbaublatt.de. Allerdings hat Gips den Nachteil, bei anhaltender Feuchte an Festigkeit zu verlierenmy-hammer.de. Kalk- oder Kalkzementputz sind stark alkalisch (hemmen Schimmel) und feuchtverträglicher, daher oft erste Wahl in Bädern. Lehmputz ist in normalen Bädern auch möglich (diffusionsoffen), aber nicht im Spritzwasserbereich. Wichtig: Im direkten Nassbereich (Dusche) sollte man zementhaltige Putze oder spezielle Abdichtungslösungen nutzen.

Welchen Putz verwendet man im direkten Nassbereich, z.B. in einer Dusche?

Im Spritzwasserbereich (Dusche, unmittelbar um Badewannen) sollte ein zementärer Putz oder Kalkzementputz als Untergrund dienen, da dieser wasserbeständiger ist. Allerdings reicht Putz allein nicht: über dem Putz muss in Nasszonen eine Abdichtung (Abdichtungsanstrich, Dichtschlämme oder Abdichtungsbahn) aufgebracht werden, bevor Fliesen verlegt werden. Gipsputz ist für dauerhaft nasse Bereiche ungeeignet, da er bei Durchfeuchtung zerfälltmy-hammer.de. Falls Gipsputz im Bad vorhanden ist, muss zumindest im Duschbereich eine vollflächige Verbundabdichtung gemäß ZDB-Merkblatt aufgebracht werden (die ZDB nennt Gipsputz als zulässigen Untergrund für Bereiche mit nicht häufig Wasserbeanspruchung, aber Abdichtung ist Pflicht)bundesbaublatt.debundesbaublatt.de.

Braucht man im Bad auf Putz eine Abdichtung unter Fliesen?

Ja, in den relevanten Nassbereichen unbedingt. Gemäß dem Merkblatt des ZDB (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) sind Wände im Bereich von Duschen, Wannen, etc. mit einer Verbundabdichtung (flüssige Dichtfolie oder Matten) abzudichten – unabhängig vom Putzmaterialbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Das gilt besonders für Wassereinwirkungsklasse W1/W2 (häusliche Bäder). Auf dem abgedichteten Putz werden dann Fliesen verlegt. Außenhalb solcher Zonen (z.B. übrige Wand im Bad) ist keine spezielle Abdichtung erforderlich; dort genügt der Putz und ein geeigneter Anstrich. Aber z.B. hinter Waschbecken oder wo gelegentlich Spritzwasser hinkommt, wird oft ebenfalls abgedichtet, um sicher zu gehen.

Kann man Gipsputz im Badezimmer verwenden?

Ja, in häuslichen Bädern ist Gipsputz zulässig, außer in ständig nassen Bereichen. DIN 18550-2 erlaubt Gipsputze in allen Innenräumen mit normaler Feuchte, wozu auch ausdrücklich Küchen und Bäder zählenbundesbaublatt.de. Wichtig ist, dass Gipsputz nicht dauerhaft nass bleibt – gelegentliches Feuchtedurchgang (Dusche, Dampf) schadet ihm nicht, solange er zwischendurch abtrocknen kanndownloads.knauf.de. In der Dusche selbst sollte er nicht ohne Abdichtung bleiben. Manche Hersteller bieten hydrophobierte Gipsputze mit Zusatzstoffen an, die gegen Spritzwasser unempfindlicher sindbundesbaublatt.de. Insgesamt: Gipsputz ist im Bad häufig praxisgerecht (schnell, glatt), aber man muss für gute Lüftung sorgen und Spritzwasserbereiche abdichten.

Was sind die Nachteile von Gipsputz bei Feuchteeinwirkung?

Gips (Calciumsulfat) erweicht bei andauernder Feuchtigkeit: er kann Kristallwasser aufnehmen, wird weich und verliert Festigkeit. Daher neigt Gipsputz, wenn er dauerhaft nass oder ständig hoher Luftfeuchte ausgesetzt ist, zum Zersetzen bzw. er wird bröckeligmy-hammer.de. Außerdem ist Gipsputz pH-neutral und bietet Schimmel keinen Widerstand – in feuchten, schlecht gelüfteten Bereichen kann sich Schimmel eher auf Gipsputz bilden als auf alkalischen Kalkputz. Bei temporärer Feuchte (z.B. nach dem Duschen) schadet das nicht, aber bei konstruktiven Feuchteproblemen (durchfeuchtete Wand) ist Gipsputz ungeeignet.

Welcher Innenputz ist besonders schimmelresistent für Feuchträume?

Kalkputz ist hier hervorzuheben. Durch seinen hohen Alkalitätsgrad (pH ~12) wirkt Kalkputz fungizid – Schimmelsporen finden keinen Nährboden auf so alkalischer Oberflächemy-hammer.de. Zudem kann Kalkputz Feuchtigkeit gut puffern, wodurch Kondensfeuchte rasch wieder abgegeben wird. Auch Kalkzementputz hat einen hohen pH-Wert und ist schimmelhemmend. Lehmputz reguliert Feuchte ebenfalls gut, ist aber pH-neutral und kann bei dauerhafter Feuchte selbst Schaden nehmen. Also: in fensterlosen Bädern oder feuchtegefährdeten Räumen empfiehlt sich Kalkputz als Wandputz, weil er Schimmel aktiv entgegenwirkt und Feuchte ausgleichtmy-hammer.de.

Welcher Putz sollte in Räumen mit ständig hoher Luftfeuchte (z.B. Wellnessbereich, Schwimmbad) verwendet werden?

In solchen Räumen kommen zementbasierte Putze oder spezielle zementgebundene Sanierputze zum Einsatz. Bei sehr hoher Feuchte sind Gips oder Lehm tabu – man nutzt Kalkzement- oder Reinzementputz, weil diese die Feuchte nicht so sehr schädigt. Außerdem werden solche Putze oft hydrophob eingestellt (wasserabweisend). In Schwimmhallen und ähnlichen Bereichen achtet man zusätzlich auf fungizide Ausrüstung von Anstrichen.

Wichtig ist auch die Nachbehandlung: Putz muss dort langsam getrocknet werden, und die Raumlüftung muss stimmen, sonst schlägt sich Kondens an Wänden nieder.

Wie lange muss Innenputz im Bad trocknen, bevor gefliest oder gestrichen wird?

Er sollte durchgetrocknet sein, um eingeschlossene Feuchte zu vermeiden. Als grober Richtwert: kalk/zementhaltiger Putz ~1 Tag pro mm Schichtdicke trocknen lassen (bei 15 mm also ca. 2 Wochen), Gipsputz oft etwas schneller (einige Tage bis zwei Wochen je nach Lüftung)bautrockner-verleih.debautrockner-verleih.de. Bevor Fliesen draufkommen, sollte der Putz unter 4 Gew.-% Restfeuchte haben. Bei Kalkputz muss man zudem warten, bis er karbonatisiert genug ist (ca. 4 Wochen), sonst haften Fliesen nicht gutmy-hammer.de. Praktisch warten Fliesenleger oft ~2 Wochen nach Gipsputz und ~4 Wochen nach Kalkzementputz, bevor sie weitermachen. Streichen sollte man ebenfalls erst nach vollständiger Trocknung, sonst besteht Schimmel- und Haftungsgefahr für die Farbe.

Warum verwenden viele Handwerker trotz der Vorteile von Kalkputz häufig Gipsputz im Bad?

Hauptgrund ist der Zeitfaktor: Gipsputz ist nach wenigen Stunden fest und oft nach 1–2 Wochen durchgetrocknet, sodass Fliesenleger oder Maler schnell weiterarbeiten könnenbautrockner-verleih.de. Kalk- oder Kalkzementputz brauchen länger (Karbonisierung, Trocknung) – in einem Bauzeitplan verzögert das den Badabschluss deutlichmy-hammer.de. Zudem lässt sich Gipsputz in einem Arbeitsgang maschinell auftragen und leicht glätten, was einen wirtschaftlichen Vorteil bringtbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Viele Betriebe greifen deshalb standardmäßig zu Gipsputz und nehmen in Kauf, dass in Nasszonen besondere Abdichtung nötig ist. Kalkputz erfordert mehr Nachbehandlung und Wartezeit (z.B. nicht direkt fliesen), was im straffen Zeitplan oft hinderlich istmy-hammer.de.

Gibt es spezielle Innenputze für Feuchträume?

Ja, einige Hersteller bieten hydrophobierte Innenputze an, z.B. Gips-Basis mit wasserabweisender Ausrüstung und höherer Festigkeit speziell für Bäder. Ein Beispiel ist in einem Fachartikel genannt: ein hydrophobierter Gips-Innenputz mit höherer Druckfestigkeit (über 3 N/mm²) kann den Anforderungen im Bad gerecht werdenbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Zudem gibt es den traditionellen Tadelakt (marokkanischer Kalkputz), der durch Verdichten und Seifenwasser wasserresistent wird und in unmittelbaren Nassbereichen verwendet werden kannmy-hammer.de. Für stark salzbelastete, feuchte Wände gibt es die erwähnten Sanierputze. In jedem Fall sollten diese Spezialputze gemäß Merkblatt verarbeitet werden, um ihre schützende Wirkung zu entfalten.

Was ist beim Verputzen von Wellnessbereichen oder Schwimmhallen zu beachten?

Das sind Extrem-Feuchträume. Hier sollte ausschließlich zement- oder kalkzementbasierter Putz verwendet werden, da ständig hohe Luftfeuchte herrscht. Zudem sind in solchen Bereichen häufig chlorhaltige Atmosphären (Schwimmbad) – hier muss der Putz beständig sein (Spezialzement oder Epoxidharzputz). Die Oberfläche wird meist vollständig gefliest oder mit Feuchtraum-Anstrichen beschichtet. Wichtig ist ein phasenweises Aufheizen nach dem Verputzen („Trockenheizen“), damit der Putz langsam austrocknet und keine Risse bekommt. Bewegungsfugen des Baus müssen übernommen werden, da bei wechselnder Temperatur/Feuchte große Längenänderungen auftreten. Generell sollte streng nach den jeweiligen Fachregeln (Z.B. DIN 18559 für Schwimmbäder) gearbeitet werden.

Kann man Fliesen direkt auf Gipsputz im Bad verlegen?

Ja, das ist möglich und üblich, solange der Gipsputz trocken und fest ist. Gipsputz gilt laut ZDB-Merkblatt als zulässiger Putzuntergrund für Fliesen in Räumen, „in denen nicht sehr häufig mit Brauchwasser umgegangen wird“, also häusliche Bäderbundesbaublatt.debundesbaublatt.de. Dabei muss jedoch beachtet werden: Im Spritzwasserbereich muss der Gipsputz vorher abgedichtet werden (Verbundabdichtung). Außerdem sollte die Oberfläche des Gipsputzes grundiert werden, bevor Fliesenkleber (meist zementbasiert) aufgetragen wird, um die Saugfähigkeit zu regulieren und Wechselwirkungen (Ettringit) zu vermeiden. Werden diese Maßnahmen eingehalten, halten Fliesen auf Gipsputz einwandfrei.

Muss Putz in Feuchträumen vor dem Fliesen grundiert werden?

Das ist sehr ratsam. Gerade bei Gipsputz sollte vor dem Fliesenkleben eine geeignete Grundierung (z.B. tief eindringende Acrylatgrundierung) aufgebracht werden, um die Oberfläche zu verfestigen und gegen den zementären Fliesenkleber zu isolieren. Bei Kalk-/Zementputz ist Grundierung ebenfalls empfehlenswert, da sie den Staub bindet und die Saugfähigkeit reduziert – so hat man mehr Offenzeit beim Verlegen. In Nassräumen gehört zudem auf Wandbereichen, die direkt Wasser ausgesetzt sind, eine Abdichtung auf den Putz. Diese Abdichtung fungiert oft selbst als Haftbrücke für den Fliesenkleber. Zusammengefasst: Grundieren ist Teil einer fachgerechten Fliesenverlegung auf Putz, besonders bei gipsgebundenem Untergrund.

# Trocknungszeiten, Rissvermeidung, Nachbehandlung

Wie lange muss Innenputz trocknen, bevor weitergearbeitet werden kann?

Faustregel: 1 Tag pro mm Putzdicke bei normalem Klimabautrockner-verleih.de. Das heißt, ein 15 mm dicker Putz sollte etwa 2 Wochen trocknen, bevor z.B. gestrichen oder tapeziert wird. Gipsputz trocknet schneller – unter guten Bedingungen kann er nach ~14 Tagen schon belegreif sein (bei 1 cm Schicht)bautrockner-verleih.de. Kalk- und Zementputze brauchen eher länger, da sie auch chemisch abbinden (Kalk muss karbonatisieren, Zement hydratisieren). Wichtig ist: Die Wand soll sichtbar durchgetrocknet sein (hell und gleichmäßig in der Farbe) und die Restfeuchte gering (idealerweise unter ~1 Gew.-% für Anstriche). Lieber etwas länger warten als zu früh beschichten.

Woran erkennt man, dass der Putz vollständig durchgetrocknet ist?

Sichtbare Anzeichen: Der Putz hat eine einheitlich helle Farbe (dunkle Flecken deuten auf Restfeuchte hin). Außerdem fühlt er sich kühl, aber nicht mehr klamm an.

Ein einfacher Test ist der Folientest: Ein Stück Folie luftdicht auf die Putzfläche kleben – wenn sich nach 24 Stunden Kondenswasser darunter bildet oder der Bereich nach Abziehen deutlich dunkler ist, steckt noch Feuchte im Putz.

Alternativ misst man mit einem Feuchtigkeitsmessgerät (CM-Messung oder elektrisches Messgerät).

Grundsätzlich sollte kein „nebeliger“ Geruch mehr wahrnehmbar sein; frischer, feuchter Putz hat einen typischen modrigen Geruch, der bei Trockenheit verschwindet.

Was passiert, wenn man Putz überdeckt (streicht, tapeziert), bevor er trocken ist?

Die eingeschlossene Restfeuchte kann zu diversen Problemen führen: Bei Anstrichen oder Tapeten blasen sich Beschichtungen ab oder verfärben (Schimmel oder Stockflecken)bautrockner-verleih.de. Feuchtigkeit hinter Tapeten begünstigt Schimmelbildung. Auch Ausblühungen (Salze) können auftreten, die die Farbe beschädigen. Zudem verliert der Putz an Festigkeit, wenn er nicht korrekt austrocknen kann – er bleibt weicher. Im Extremfall, etwa bei dampfdichter Beschichtung (Latexanstrich) auf nassem Putz, kann die Feuchte gar nicht mehr raus und führt zu großflächigem Schimmel in der Wand. Daher gilt: erst bei ausreichender Trockenheit weiterbehandelnbautrockner-verleih.debautrockner-verleih.de.

Wie kann man die Trocknung von Innenputz beschleunigen?

Durch gute Belüftung und moderate Beheizung. Am besten sind regelmäßig Stoßlüften (feuchte Luft raus, trockene rein) und eine Temperatur von ~15–20 °Cbautrockner-verleih.de. Bei kalter Witterung kann man die Heizung anstellen, aber keine brachiale Hitze (Heizlüfter nicht direkt auf die Wand richten) – zu schnelles Trocknen führt zu Rissenbautrockner-verleih.debautrockner-verleih.de.

In Neubauten werden oft Bautrockner (Entfeuchter) aufgestellt, die die Luftfeuchte senken; das kann die Trockenzeit deutlich reduzieren. Wichtig dabei: Fenster schließen, sonst zieht der Trockner unendlich Feuchte nach. Bei Gipsputz ist technische Trocknung gängig, um Schimmel vorzubeugenbautrockner-verleih.de. Zusätzlich sollte man ggf. Ventilatoren einsetzen, um die feuchte Luft zu verteilen, aber Zugluft vermeiden.

Warum entstehen Risse im Putz?

Risse können verschiedene Ursachen haben: Schwindrisse entstehen, wenn der Putz beim Trocknen schrumpft und dieser Volumenänderung nicht spannungsfrei folgen kann – z.B. durch zu schnelles Austrocknen (Zugluft, Hitze)bauredakteur.de oder zu dicken Auftrag.

Putzgrundbedingte Risse (Kerb- oder Fugenrisse) kommen, wenn der Untergrund arbeitet (Setzungen, unterschiedliche Materialien, Holz quillt) und der Putz diese Bewegungen nicht aufnehmen kannbauredakteur.debauredakteur.de.

Verarbeitungsfehler wie zu weicher Mörtel oder Nachmischen führen zu Rissen (z.B. Sackrisse bei zu dickem Putzauftrag)bauredakteur.de. Auch Temperaturwechsel oder Erschütterungen im Gebäude können Risse verursachen. Kurz: Risse entstehen immer dann, wenn Zugspannungen auftreten, die den Putz überfordern.

Wie vermeidet man Rissbildung im Innenputz?

Vorbeugung beginnt beim Untergrund: Bewegungsfugen im Bauwerk müssen übernommen, Mischuntergründe armiert werden. Dann die Putzdicke begrenzen – nicht wesentlich dicker als empfohlen (meist max. 15 mm pro Lage)immoportal.com. Stark saugende Untergründe vornässen oder Aufbrennsperre, damit der Putz nicht zu schnell Wasser verliert (verhindert Frühschwundrisse).

Nachbehandlung: frisch verputzte Flächen vor Zugluft und Hitze schützen, ggf. mit Folie abhängen oder leicht feucht haltenziegel.de, damit der Putz langsam trocknet. Außerdem überall dort Armierungsgewebe einbetten, wo Rissgefahr besteht (an Ecken von Türen/Fenstern unbedingt Diagonalarmierungenziegel.de). Insgesamt: gleichmäßige Trocknung, richtige Materialwahl (z.B. kein Gips auf dauerbeweglichem Untergrund) und ausreichende Putzbewehrung minimieren Risse.

Wann sollte man Putzbewehrung (Gewebe) einsetzen?

Sobald Rissgefahr absehbar ist: z.B. bei unterschiedlichen Untergründen in einer Fläche (Mauerwerk trifft Beton), bei Altputz mit alten Rissen, an allen Ecken von Öffnungen (Fenster, Türen – hier unbedingt diagonal Gewebestreifen legenziegel.de), bei großflächigen Leichtmauersteinen (Porenbeton) oder Dämmputzen. Auch in hochbeanspruchten Treppenhäusern wird oft vollflächig ein Glasfasergewebe in den Unterputz eingebettet, um Schrumpfrisse zu minimierenziegel.de.

Wichtig: Gewebe ersetzt keine Bauwerksfuge – wenn z.B. zwei Bauteile sich gegeneinander bewegen, kann auch Gewebe einen Riss nicht verhindernziegel.de. Aber es hält feine Risse zusammen und verteilt Spannungen, sodass keine offenen Risse sichtbar werden.

Was ist bei der Nachbehandlung frisch verputzter Wände zu beachten?

Die Nachbehandlung soll ein gleichmäßiges Abbinden und Trocknen sichern: Frischputz vor Extrembedingungen schützen. Bei warm-trockenem Wetter: vor direkter Sonne schützen und ggf. Wand mit Folie abhängen oder in den ersten Tagen leicht benebeln (besonders Kalk/Zementputz), um zu schnelles Austrocknen zu verhindernziegel.de. Bei kaltem Wetter: für Frostfreiheit sorgen (min. +5 °C) – evtl. Heizlüfter aufstellen, aber nicht auf die Wand blasen lassen. Zugluft vermeiden, Fenster ggf. schließen in den ersten 1–2 Tagen. Wenn möglich, große Flächen langsam belüften, sodass die Luftfeuchte moderat sinkt. Kurzum: Der Putz soll weder „schwitzen“ (zu feucht) noch „verbrennen“ (zu trocken) – beides durch kontrollierte Nachbehandlung ausbalancieren.

Warum sind Zugluft und hohe Temperaturen direkt nach dem Verputzen schlecht?

Weil sie den Putz zu schnell trocknen lassen, bevor er richtig abbinden kann. Starke Luftbewegung entzieht oberflächlich das Wasser, wodurch sich die Oberfläche zusammenzieht, während der Kern noch feucht ist – das führt zu Frühschwundrissen und möglicherweise zum Ablösen in Schichten. Hohe Temperaturen (über ~30 °C) oder kräftiger Wind können ähnliche Effekte habenziegel.de. Außerdem kann bei zu rascher Austrocknung der Zement nicht vollständig hydratisieren, was Festigkeitsverluste bringtziegel.de. Zugluft kann auch ungleichmäßig trocknen lassen: an einer Ecke zieht’s, dort reißt der Putz, während woanders noch feucht. Deshalb lieber langsam trocknen lassen, notfalls Fenster nur gekippt statt Durchzug.

Was sind Frühschwundrisse und wie kann man sie verhindern?

Frühschwundrisse (auch Schrumpfrisse) sind kleine netzartige Risse, die schon kurz nach dem Auftragen entstehen – oft innerhalb der ersten Stunden bis Tagebauredakteur.de. Ursache ist das Schwinden des Putzes durch Wasserverdunstung, besonders kritisch bei reinem Kalkputzbauredakteur.de. Verhindern kann man sie durch geeignete Nachbehandlung: Putz darf nicht zu schnell austrocknen. Also Oberfläche feucht halten (bei Kalkputz oft mit Wasser besprühen in ersten 48 h) und vor Zugluft schützen. Auch das Zumischen von etwas Zement oder die Verwendung von Kalk-Zement-Mörtel verringert reine Schrumpfrisse (weil Zement chemisch bindet statt nur trocknet). Zudem nicht in glühender Hitze verputzen – im Sommer ggf. morgens/abends arbeiten und Wand vornässen.

Was sind Schwindrisse und wann treten sie auf?

Schwindrisse sind feine Netzrisse, die auftreten, wenn der Putz während der Trocknung schrumpft (schwindet) und am Untergrund oder innerhalb seiner Schicht nicht genug Spannungsreserven hat. Sie können Stunden bis Wochen nach dem Verputzen sichtbar werden. Beispielsweise bilden sich Schwindrisse bei Gips- und Kalkputzen, wenn die einzelnen Lagen zu schnell austrocknen oder wenn der Putz auf zu glattem Untergrund nicht richtig haftetbauredakteur.de. Oft sind Schwindrisse harmlos (≤0,2 mm Breite) und beeinträchtigen nur optisch die Oberflächeziegel.de. Sie treten netzförmig verteilt auf. Besonders in großen einlagigen Flächen aus reinem Kalkputz sind sie häufig, weshalb dort zweilagig gearbeitet oder ein wenig Zement beigemischt wird, um das Schwinden zu reduzieren.

Was sind Sackrisse und wie entstehen sie?

Sackrisse sind waagerecht verlaufende Risse, oft leicht durchhängend (daher der Name, wie ein „Sack“). Sie können bis ~20 cm lang und bis zu 2–3 mm breit werdenbauredakteur.de. Ursache ist meist ein zu dicker Putzauftrag oder ein zu weicher, bindemittelarmer Mörtel, der unter seinem eigenen Gewicht „sackt“ und sich vom Untergrund löstbauredakteur.de. Wenn Putz in einem Gang viel zu dick aufgetragen wird, kann die untere Schicht abrutschen, bevor sie erhärtet – das zeigt sich als horizontaler Riss mit Wulst. Sackrisse können auch entstehen, wenn der Putz auf einem glatten Untergrund nicht haftet; dann rutscht er ebenfalls leicht ab. Vermeidung: Putz in zulässiger Dicke (idR ≤15 mm pro Lage) auftragen und bei größeren Schichtdicken in zwei Lagen arbeitenimmoportal.com.

Sind vereinzelte Haarrisse im Innenputz ein Mangel?

Technisch meist nein. Haarrisse bis ca. 0,2 mm Breite gelten nach einschlägigen Normen und Merkblättern als zulässig und haben keinen Einfluss auf die Funktionimmoportal.com. Insbesondere in mineralischen Putzen sind feine Netzrisse normal und stören nur optisch. Bei rauer Oberfläche (z.B. Kellenwurf oder Raufasertapete darüber) fallen sie kaum aufziegel.de. Allerdings: Bei glatten Anstrichen und Streiflicht können selbst Haarrisse sichtbar sein und als Schönheitsmangel empfunden werden. Wenn solche Risse das Erscheinungsbild stören, muss ggf. nachgespachtelt werden. Rechtlich sind aber sehr feine, nicht durchgehende Risse innerhalb der Toleranzen und kein Reklamationsgrund, solange sie die Nutzung (Dichtigkeit, Festigkeit) nicht beeinträchtigen.

Wie kann man bereits entstandene Risse im Innenputz reparieren?

Zunächst sollte die Ursache analysiert sein (z.B. Setzungsriss vs. Schwindriss). Haarrisse kann man oft mit dem neuen Anstrich „zumalen“ oder mit dünnem Acryl füllen, wenn sie nicht weiter arbeiten. Größere Risse (≥0,2 mm): V-förmig ausschneiden/aufkratzen, Staub entfernen, vornässen, mit geeigneter Spachtelmasse oder Putzmörtel ausfüllen und glättenimmoportal.com. Bei Bedarf Armierungsstreifen (Rissbrücke) einlegen, wenn der Riss aktiv ist. Nach dem Aushärten Oberfläche schleifen und nachstreichen/tapezieren. Bei bewegungsbedingten Rissen (z.B. Setzrisse durch Deckendurchbiegung) hilft nur eine dauerelastische Fuge oder ein Abdecken durch Leiste – hier müsste eher baulich angesetzt werden. Wenn viele feine Risse vorhanden sind, kann ein Malervlies über die gesamte Fläche geklebt werden, um sie unsichtbar zu machen.

Ab welcher Rissbreite gilt ein Riss als Mangel?

Nach gängiger Richtlinie (z.B. BEB-Merkblatt, DIN 18550-2 Anhang) sind Risse bis 0,2 mm als „haarfein“ und tolerierbar angesehenimmoportal.com. Alles darüber gilt optisch als auffällig und kann als Mangel bewertet werden – insbesondere, wenn es im normalen Betrachtungsabstand sichtbar bleibt. Bei z.B. 0,5 mm breiten Rissen spricht man von „Schwundrissen“ und diese sollten saniert werden. Wichtig: liegt ein durchgehender Riss vor, der auf Bewegungen hindeutet (z.B. über mehrere Steinlagen hinweg), ist unabhängig von der Breite eine genauere Prüfung nötig. In Keller oder Nebenräumen mag man bis 0,3 mm dulden, in Wohnräumen wird oft schon <0,2 mm gefordert, wenn es das Auge stört. Also als Richtwert: >0,2 mm – Nachbesserungsbedarf (sofern kein Malervlies drüber kommt).

Warum darf man dem Putzmörtel keine fremden Zusätze (z.B. Spülmittel oder Binder) zugeben?

Weil unerwünschte chemische Reaktionen oder Festigkeitsverluste drohen. Herstelleroptimierte Trockenmörtel enthalten bereits alle notwendigen Bestandteile – zusätzliche Fremdstoffe (z.B. etwas Gips zum Zementputz, oder Seife/Spülmittel als Plastifizierer) können die Abbindezeiten und Endfestigkeiten verändern. Beispielsweise führt Gips in Zementmörtel zur Ettringitbildung und Treibenmein-hausblog.de. Spülmittel erzeugt zwar kurzzeitig bessere Geschmeidigkeit, aber es bildet übermäßig Lufteinschlüsse, was Festigkeit kostet. VOB/C schreibt vor, dass keine nicht vorgesehenen Stoffe beigemischt werden dürfentex-color.de. Es geht um Qualitätssicherheit – Improvisation kann den Putz unbrauchbar machen.

Wie dick darf ein Putz maximal in einem Arbeitsgang aufgetragen werden (um Risse zu vermeiden)?

In der Regel nicht mehr als ca. 15 mm pro Lage. Üblich sind 10–15 mm als Einzellage, je nach Mörtel. Ein Werktrockenmörtel gibt im Merkblatt meist eine maximale Auftragsdicke an – z.B. Gipsputz einlagig 10 mm, Kalkzementputz Unterputz bis 20 mm in zwei Lagen. Wird Putz zu dick in einem Gang aufgebracht (z.B. 30 mm), entstehen Spannungen: die Oberfläche trocknet, das innere schrumpft nach -> Riss. Auch Sackrisse drohen bei dicken frischen Schichten. Daher bei Bedarf dickerer Putze: in mehreren Lagen arbeiten, erste Lage aufrauen, zwischentrocknen lassen. Faustformel: >15 mm → zweilagig. Wie erwähnt, 5–10 mm sind idealimmoportal.com. Bei Wärmedämm- oder Sanierputzen können auch mal 20 mm einlagig gehen, da diese leichter sind.

# Häufige Fehlerquellen und Schadenvermeidung

Was sind häufige Verarbeitungsfehler beim Innenputz?

Typische Fehler:
1. Ungenügende Untergrundvorbereitung (z.B. nicht entstaubt, fehlende Grundierung auf glattem Untergrund) – führt zu schlechter Haftung.

2. Zu viel Wasser im Mörtel – der Putz wird schwach und schwindet stark, es entstehen Risse oder Sackstellenbauredakteur.de.

3. Zu dicker Auftrag in einer Lage – Putz sackt ab oder reißt, siehe Sackrisse.

4. Arbeiten bei falschem Wetter (Frost, große Hitze, Zugluft) ohne Schutz – Putz friert oder reißt.

5. Mangelnde Nachbehandlung – der Putz „brennt auf“ oder schwindet unkontrolliert.

6. Unsachgemäße Ansätze – wenn nicht „nass in nass“ gearbeitet wird, bleiben sichtbare Stoßkanten.

7. Schmutzige Verarbeitung – alte Mörtelreste im Kübel beschleunigen Abbinden (Erstarrungsbeschleuniger) und verursachen Klumpen.

Zusammengefasst: Fehler passieren durch Missachtung der Verarbeitungsregeln und der Untergrundanforderungen.

Warum kommt es zu Hohlstellen im Putz (hohles Klanggeräusch)?

Eine häufige Ursache ist mangelnde Haftung beim Aufbringen: Wenn der Untergrund staubig, zu glatt oder trocken war, hat der Putz nicht richtig „gegriffen“. Dann kann er sich stellenweise ablösen und klingt beim Abklopfen hohl. Auch zu dick aufgetragener Putz kann sich in Schollen vom Untergrund lösen (Sackrisse bzw. Hohllagen). Ein weiterer Faktor ist, wenn der Putz zu spät abgezogen wurde und schon angezogen war – dabei kann er sich vom Untergrund abheben. Schwingende oder vibrierende Untergründe (Holzwände, dünne Trennwände) können ebenfalls Hohllagen begünstigen. Vermeidung: Untergrund gut vorbereiten (rauh, sauber, leicht vorgenässt), Putz ordentlich andrücken/werfen, nicht übermäßig verdicken.

Was bedeutet es, wenn der Putz „aufbrennt“ und warum ist das ein Fehler?

„Aufbrennen“ bezeichnet das schnelle Entziehen des Anmachwassers aus dem Putzmörtel durch einen stark saugenden Untergrund. Die Folge: Der Putz bindet nicht richtig ab, die Oberfläche bleibt sandig und staubt, es entsteht eine schwache, kreidende Schicht (Aufbrennschicht). Später haftet dort Farbe schlecht und der Putz kann kreiden. Es ist ein Verarbeitungsfehler, wenn man bei saugendem Untergrund keine Aufbrennsperre oder Vornässung gemacht hat. Der Fehler zeigt sich z.B. als matte, pudrige Stellen, die keine Festigkeit haben. Korrektur: diese Schicht abfegen, mit Tiefengrund festigen und evtl. neu filzen. Besser: Aufbrennen im Vorfeld verhindern durch Grundieren oder kräftiges Vornässen.

Was passiert, wenn man den Putzmörtel mit zu viel Wasser anrührt?

Ein übermäßig „verflüssigter“ Mörtel hat verringerte Festigkeit, weil das Wasser-Zement/Luftkalk-Verhältnis nicht mehr stimmt. Der Putz kann beim Trocknen stärker schwinden und neigt zu Rissen und Schrumpfung. Außerdem setzt sich der Sand ab und es entsteht eine wasserreiche SchlämmSchicht oben (Sinterhaut). Diese Haut ist spröde und haftet schlecht am Kern. Man sieht das später als kreidende, leicht abblätternde Oberfläche. Zudem kann zu dünnflüssiger Mörtel schlecht „stehen“ – an Wand sackt er ab (führt zu Sackrissen)bauredakteur.de, an Decken tropft er. Darum immer nur die angegebene Wassermenge verwenden.

Warum dürfen bereits angesteifte Putzmörtel nicht mit Wasser reaktiviert werden?

Wenn Putzmörtel im Kübel anfängt abzubinden (Zeit überschritten) und man ihn dann wieder mit Wasser „gangbar“ macht, zerstört man die beginnende Kristallstruktur. Der Mörtel verliert massiv an Festigkeit – das Ergebnis kann sandig und nicht tragfähig werden. Man erkennt solche „aufgefrischten“ Mörtel oft daran, dass sie extrem schnell anziehen, ungleichmäßig abbinden und anschließend kreiden. Es ist daher verboten, abbindenden Mörtel nochmal aufzurühren: Er muss innerhalb der Verarbeitungszeit verarbeitet werden, ansonsten verwerfen. Dieser Fehler führt zu schwachem Putz, der später abblättern oder stauben kann, da das Bindemittel bereits reagiert hatte und durch das Wasserüberangebot gestört wurde.

Darf man dem Putz Fremdstoffe beimischen (z.B. Frostschutzmittel, Binder, Sand)?

Nein, das sollte man unterlassen – außer es ist vom Hersteller ausdrücklich vorgesehen. Frostschutzmittel z.B. enthalten Salze, die die Festigkeit beeinträchtigen und Ausblühungen verursachen können. Zusätzlicher Sand verändert das Korn/Binder-Verhältnis und schwächt den Mörtel. Binder wie PVA (Weißleim) können die Dampfdiffusionsfähigkeit stören und führen zu Spannungen. Die DIN und VOB schreiben vor, dass dem Putzmörtel keine fremden Stoffe eigenmächtig zugegeben werden dürfentex-color.de. Moderne Werktrockenmörtel sind so abgestimmt, dass nichts fehlen sollte – jegliche Zugabe kann unvorhergesehene Folgen (Risse, Verfärbungen, Haftungsprobleme) haben.

Welche typischen Witterungsfehler können beim Innenputz auftreten?

Trotz innen können Baustellenbedingungen variieren: Frost ist ein großer Feind – Putz, der bei Frost nicht durchgebunden hat, friert kaputt (wird kreidig und bröselt). Durchzug bzw. schnelle Austrocknung verursacht Frühschwundrisse, wie erwähnt. Zu hohe Luftfeuchtigkeit (z.B. wenn parallel Estrich trocknet oder viele nasse Gewerke laufen) kann den Putz nur langsam trocknen lassen – es droht Schimmel. Baustellenheizer: Gasheizer setzen Wasserdampf frei, was die Luftfeuchte erhöht und Putz trocknet schlechter, zudem kann es Russablagerungen geben. Fehler ist es auch, im Winter nicht für mind. +5 °C zu sorgen: Der Putz bindet dann kaum ab und bleibt wochenlang weich. Lösung: Überheizen vermeiden – gemäßigt heizen und lüften; bei Kälte evtl. Bauheizung + Luftentfeuchter gleichzeitig verwenden.

Warum hält Putz manchmal nicht an der Decke?

Deckenputz stellt besondere Anforderungen: Die Haftung muss ausreichen, dass der Putz nicht der Schwerkraft nachgibt. Häufige Fehler: fehlender Spritzbewurf – glatte Betondecken ohne Haftbrücke lassen Putz einfach runterfallen. Zu dicker Deckenputz – wenn z.B. 2–3 cm in einem Auftrag an die Decke gebracht werden, ist das zu schwer, es kann zum Abrutschen kommen. Mischungen mit zu viel Wasser rinnen natürlich auch ab. Außerdem kann Erschütterung (wenn z.B. jemand gegen die Decke schlägt, bevor es fest ist) Abplatzungen verursachen. Um Putz an der Decke sicher zu halten: Untergrund gut vorrichten (Haftbrücke), Mörtel eher steif anmischen, Schichtdicke begrenzen (~10 mm), und in den ersten Stunden nicht dran rütteln. Dann hält Deckenputz in der Regel zuverlässig.

Warum ist das Reinigen der Werkzeuge und Mischgefäße so wichtig?

Weil schon kleine Reste von abbindendem Material im nächsten Mischgang als „Katalysator“ wirken können – man nennt das Topf- oder Kesselbrand. Zum Beispiel Reste von Gipsputz im Kübel lassen den frischen Gips innerhalb Minuten abbinden, da die Kristallkeime die Reaktion beschleunigen. Auch Klumpen von Zementmörtel können beim Abziehen unschöne Spuren hinterlassen und lokal anderen Wassergehalt verursachen. Zudem beeinträchtigen unsaubere Werkzeuge die Oberflächenqualität (ein angetrockneter Mörtelrest an der Traufel zerkratzt oder zieht Furchen). Daher: nach jedem Arbeitsgang Kübel auswaschen, Putzmaschinen durchspülen und Kellen sauberkratzen. Nur so ist die Mörtelqualität gleichbleibend und die Verarbeitung fehlerfrei möglich.

Welche Fehler bei der Oberfläche können vermieden werden, um späteren Ärger mit dem Maler zu verhindern?

Häufig bemängelt der Maler: Unebenheiten und Riefen in der Fläche – das vermeidet man durch sorgfältiges Abziehen und ggf. zweites Abziehen nach kurzer Ansteifzeit. Grate an Stoßstellen – daher Ansätze vermeiden oder noch mal verschlichten. Sinterhaut (glänzend harte Schicht), z.B. durch übermäßiges Schwammen mit zu viel Wasser, erschwert Anstriche – besser mäßig filzen und nicht „zu Tode“ wässern. Sandende Stellen (Aufbrennen) – vermeidet man durch Grundierung (Aufbrennsperre) bei Bedarf. Schmutzeinschlüsse (z.B. Gipsbatzen auf Kalkputz) sind fatal, daher immer sauber arbeiten. Letztlich sollte eine Q2/Oberfläche so sein, dass nach Grundierung und Farbe nichts durchdrückt und keine Spachtelnacharbeit nötig ist – das erreicht man durch gleichmäßiges Filzen/Glätten ohne Löcher und Grate.

Warum sieht man manchmal „Wolken“ oder Flecken auf ungestrichenen Putzflächen?

Das liegt daran, dass mineralische Putze beim Trocknen leicht unterschiedliche Farbtöne annehmen können (je nach Feuchte, Kornverteilung). Außerdem kann eine unregelmäßige Filztechnik dazu führen, dass Teile der Wand glatter sind (heller) und andere rauer (dunkler). Besonders Kalkputz neigt zu Kalktreibern oder Wolkigkeit, wenn er nicht gestrichen wird – es bilden sich evtl. Kalkausblühungen oder sogenannte Sinterschichten, die fleckig aussehenbaukobox.de. Hersteller empfehlen deshalb oft einen Egalisationsanstrich auch bei durchgefärbtem Oberputz, um solche optischen Unregelmäßigkeiten auszugleichenbaukobox.de. Technisch macht es nichts, aber optisch wirken unbehandelte Putzflächen manchmal wolkig. Ein gleichmäßiger Anstrich (diffusionsoffen) kann das beheben.

Was passiert, wenn man Putzprofile (Lehren) nicht entfernt oder falsch einputzt?

Putzprofile (wie Schnellputzleisten) sollten nach dem Ansteifen des Putzes herausgezogen werden oder so tief eingebettet sein, dass sie nicht rosten. Ein Fehler wäre, verzinkte Lehren in der Wand zu belassen, wenn später noch Feuchtigkeit einwirkt – sie könnten rosten und als Roststreifen sichtbar werden. Lässt man Profile drin, müssen sie vollständig vom Putz bedeckt sein. Wird das vergessen, sieht man evtl. durch dünne Putzschichten das Metall oder es bildet sich ein Riss an der Profilkante. Auch das nicht füllen der Lehrenfugen ist ein Fehler: offen gelassene Schlitze führen zu Schwachstellen und Schalldurchgang. Also: Lehren nach Gebrauch entfernen, entstandene Fugen sorgfältig mit Putz schließen und abziehen – so verhindert man spätere Abzeichnungen oder Rost.

Wie vermeidet man sichtbare Ansätze zwischen einzelnen Arbeitsabschnitten?

Indem man zusammenhängende Flächen in einem Durchgang verputzt und Übergänge in unauffällige Bereiche legt. Wenn eine Pause nötig ist, an einer Gebäudekante oder einer schon vorhandenen Fuge enden. Ansätze auf freier Wand immer vermeiden – sie führen zu sichtbaren Gratlinien oder leichten Farbunterschieden. Sollte doch ein Ansatz entstehen (z.B. Tagesunterbrechung), diesen als sauberen Schnitt ausbilden und am Folgetag die Kante gut vornässen bzw. mit Spritzbewurf behandeln, damit der neue Putz kraftschlüssig anbindet. Mit der richtigen Technik (und genug Leuten) arbeitet man nass in nass und es gibt gar keine Ansätzetex-color.de. Wichtig ist auch, gleichmäßige Mörtelchargen zu verwenden – unterschiedliche Anmischungen können farbliche Wolken erzeugen, die wie Ansätze aussehen.

# Schnittstellen zu Folgegewerken (Maler, Trockenbau etc.)

Wann können Malerarbeiten auf frisch verputzten Wänden beginnen?

Erst, wenn der Putz ausreichend trocken und erhärtet ist – in der Regel frühestens 2–4 Wochen nach Verputz (je nach Dicke und Putzart). Der Putz muss durchgetrocknet sein, sonst führt die Restfeuchte zu Anstrichproblemenbautrockner-verleih.de. Praktisch prüft der Maler mit dem Feuchtemessgerät oder Folientest, ob der Putz bereit ist. Gipsputz ist oft nach ~2 Wochen malerfertig, Kalkzementputz eher nach ~4 Wochen. Darüber hinaus sollten alle Putzreparaturen abgeschlossen und die Oberfläche staubfrei sein. Maler vereinbaren manchmal, dass ab <1 Gew.-% Feuchte gemessen, losgelegt werden kann. Also: Trocken, fest, sauber – dann Grundieren und Malern.

Muss Innenputz vor dem Streichen oder Tapezieren grundiert werden?

Ja, unbedingt, fast immer. Ein Neuputz ist sehr saugfähig und auch leicht sandig (besonders gefilzte Putze stauben ohne Anstrich etwas)gips.de. Eine Grundierung (Tiefengrund) bindet lose Partikel, egalisiert die Saugfähigkeit und sorgt dafür, dass die Farbe oder der Kleister nicht ungleich in den Putz einzieht. DIN 18363 fordert sogar, dass ein Erstanstrich auf unbehandeltem Putz in Form von Grund- und Schlussbeschichtung ausgeführt wirdbaukobox.de. Ohne Grundierung kann es zu Fleckenbildung und geringerer Haftung der Tapete/Farbe kommen. Ausnahme: durchgefärbte Oberputze, die nicht gestrichen werden – hier entfällt das natürlich, aber solche Putze werden oft zur Farbstabilisierung trotzdem mit einer Silikatlasur egalisiert.

Wie glatt muss der Innenputz sein, damit der Maler keine zusätzlichen Spachtelarbeiten hat?

Üblicherweise entspricht die Standard-Oberfläche Q2 den normalen Anforderungen: matte Anstriche und Raufasertapeten können auf Q2-gefilzten Putzen ausgeführt werden, ohne dass der Maler spachteln mussgips.degips.de. Wenn der Auftraggeber glatte Vliestapeten oder glänzende Farben wünscht, sollte bereits der Putz in Q3 ausgeführt sein. Sind jedoch trotz Q2 noch kleine Unebenheiten sichtbar (z.B. bei Streiflicht), obliegt es dem Maler, mittels Spachtelmasse nachzuarbeiten – dies gilt dann als zusätzliche Leistung. In der Praxis gilt: was man frontal bei normalem Licht nicht sieht, ist für Q2 okay. Soll es perfekt glatt sein (für Hochglanzlack z.B.), müsste der Putz Q4 sein oder der Maler vollflächig spachteln.

Was tun, wenn nach dem Verputzen noch Unebenheiten auffallen?

Kleinere Unebenheiten (Schlagstellen, Grate, Lunker) kann man mit Gipsspachtel oder Feinspachtelmasse nachbessern, bevor gestrichen oder tapeziert wird. Das wird häufig vom Maler übernommen, wenn es im Rahmen der üblichen Q2->Q3 Vorbereitung liegt. Größere Buckel sollten abgeschabt oder abgeschliffen werden. Sind flächige Unebenheiten vorhanden, kann ein vollflächiger Spachtelgang (Überspachteln) nötig sein – das ist praktisch Q4-Herstellung. Idealerweise kontrolliert der Verputzer schon beim Filzen mit einer starken Lampe die Fläche und beseitigt Fehlstellen sofort. Wenn nachher Mängel sichtbar sind, muss man diese ausbessern, damit Folgegewerke (Maler) ordentliche Untergründe haben. Oft wird dies in der Abnahme des Putzes geprüft und als Nacharbeit beauftragt.

Wie werden Anschlüsse zwischen verputzter Wand und Trockenbauwand ausgeführt?

Wo Putzflächen auf Gipskartonflächen treffen (z.B. gemauerte Wand stößt an Trockenbau), sollte man eine Trennfuge vorsehen. Das heißt, man lässt am Übergang einen schmalen Spalt und verfüllt ihn später mit Acryl oder deckt ihn mit einer Deckleiste ab. Warum: Der Putz und die GK-Platte arbeiten unterschiedlich, eine starr durchgeputzte Verbindung würde reißen. Alternativ kann man einen übergreifenden Gewebestreifen vom Putz über die Gipskartonfuge kleben und verspachteln – das muss aber sehr fachgerecht erfolgen und funktioniert nur, wenn keine großen Bewegungen zu erwarten sind. Standard ist eher: Putz bis Kante, Trockenbau bis Kante, kleiner Bewegungsraum dazwischen und elastisch schließen.

Wie wird der Anschluss zwischen Innenputz und Fenster/Tür ausgeführt?

In der Regel mit Putzanschlussprofilen (Anputzleisten). Diese Leisten werden auf den Fenster- bzw. Türrahmen geklebt, bevor geputzt wird. Sie haben einen schmalen Steg, an dem der Putz sauber endet und gleichzeitig ein Dichtband zum Rahmen, das Bewegungen aufnimmt. So entsteht ein rissfreier Übergang und der Rahmen bleibt sauberbaumit-selbermachen.de. Alternativ kann man auch einen Streifen Maleracryl nach dem Verputzen in den Putz-Rahmen-Spalt ziehen – aber Profile sind sauberer. Wichtig ist, dass rund um Fenster/Türen eine schmale Fuge (1–3 mm) bleibt, die dann elastisch gefüllt ist, denn Putz und Rahmen dehnen sich verschieden aus (Temperatur).

Wie schützt man Fenster und Türen bei Putzarbeiten?

Am besten, indem man sie abklebt und abdeckt. Übliche Methode: Fensterrahmen und -flügel mit Folie umhüllen, mit Malerkrepp sauber an den Kanten fixierendako.eu. Türen ähnlich: Türblätter aushängen oder mit Folie schützen, Zargen vollflächig abkleben. Zusätzlich gibt es spezielle Schutzprofile, die man in offene Fenster einhängen kann, um auch innen vor Spritzern zu schützen. Beim Verputzen selbst sind Fenster idealerweise geschlossen (so spritzt nichts ins Innere/Äußere). Wichtig: Klebebänder nach dem Putzen bald entfernen, damit sie nicht einbinden oder Rückstände hinterlassen. Auch Bodenschutz nicht vergessen – Putzspritzer auf Estrich oder Belägen sofort entfernen, bevor sie hart werden.

Welche Reihenfolge ist üblich: erst Innenputz, dann Estrich?

In der Regel wird erst verputzt, dann der Estrich eingebrachtgutefrage.net. Dadurch können die Wände bis zum Rohboden durchgeputzt werden, und man vermeidet Putzspritzer oder Feuchte auf dem frischen Estrich. Nach dem Verputzen kommt der schwimmende Estrich mit Randdämmstreifen; der Randstreifen trennt Putz und Estrich, so dass keine Risse entstehengutefrage.net. Alternativ machen manche Betriebe erst Estrich und dann Putz – dann muss der Estrich abgedeckt werden, und die Wandputze enden auf dem Estrich. Das birgt aber die Gefahr von Feuchteflecken im Fußpunkt und ist weniger luftdicht. Daher die gängige Abfolge: Innenputz definitiv vor Estrich, damit auch eventuell nötiges Austrockenheizen des Estrichs (bei Fußbodenheizung) keine Schäden am Putz verursachtenergiesparhaus.at.

Wie vertragen sich Innenputzarbeiten und die Fußbodenheizung (Estrichaufheizung)?

Idealerweise ist der Putz vollständig fertig und trocken, bevor die Fußbodenheizung erstmals hochgefahren wird (Estrich-Aufheizprogramm). Denn das Aufheizen erzeugt viel Trockenstress: Feuchtigkeit aus Estrich und Putz wird rausgetrieben, und Temperaturdehnungen können Risse verursachen. Deshalb soll der Putz ja vorher stattfinden, damit er bis zum Aufheizen schon abgebunden hat. Wenn der Putz noch sehr feucht wäre während des Estrich-Heizens, könnten verstärkt Risse entstehen (besonders an Ecken). Also: erst Putz, dann Estrich, dann nach Wartezeit Heizung langsam hochfahren – so steht es in vielen Ablaufplänen. Sollte einmal Putz nach Estrich kommen, muss man die Heizung vor dem Putzen wieder abdrehen, damit die Wände nicht auf geheiztem Untergrund viel schneller trocknen als normal (Rissgefahr).

Wie werden Elektro-Unterputzdosen beim Putzen berücksichtigt?

Am besten setzt der Elektriker Putzdeckel auf die Dosen. Das sind Kunststoffdeckel, die in die Gerätedosen gesteckt werden und sie verschließen, damit kein Mörtel eindringt und das Loch erkennbar bleibtobi.de. Beim Verputzen wird bündig mit der Wand über die Dosen gearbeitet. Nach dem Verputzen entfernt man die Deckel und hat saubere Hohlräume für Schalter/Steckdosen. Wichtig ist, dass die Unterputzdosen korrekt in der Wandtiefe sitzen: üblicherweise etwas zurückversetzt, sodass nach dem Putzauftrag die Dosenöffnung plan mit der fertigen Wand ist. Falls eine Dose zu tief liegt, gibt es Putzausgleichsringe, um sie nach vorne zu verlängern.

Kann man Fliesen direkt auf Innenputz verlegen?

Ja, Innenputz bildet einen üblichen Untergrund für Fliesen. Voraussetzung: Der Putz ist ausreichend fest, eben (Fliesengrund meist max. 4 mm auf 2 m Abweichung) und trocken. Kalkzement- oder Zementputz sind klassische Untergründe für Fliesen in Feuchträumen, Gipsputz ist für Fliesen in normalen Räumen und mäßig feuchten Räumen auch geeignet (dann jedoch mit Vorbehandlung)bundesbaublatt.de. Im Nassbereich muss der Putz durch eine Abdichtung geschützt sein, bevor gefliest wird. Ferner sollte die Putzoberfläche aufgeraut oder griffig sein – auf ganz glatten Gipsputzen empfiehlt sich ein Haftgrund vor dem Fliesenkleberauftrag. Insgesamt gilt: Ein Wandputz ersetzt das klassische Fliesenleger-Ansetzbett; heute wird meist auf eben verputzte Wände mit Dünnbett geklebt, was präzise Putzarbeit erfordert.

Welche Vorbereitung braucht Putz vor dem Fliesenkleben?

Grundierung: Vor dem Verlegen von Fliesen sollte der Putz mit einer geeigneten Grundierung (meist tiefgrund- oder haftgrundartig) behandelt werden, damit der Fliesenkleber gleichmäßig abbindet und nicht zu schnell Wasser verliert. Bei Gipsputz ist eine Sulfatprimer sinnvoll, um eine Sperrschicht gegen den zementären Kleber zu bilden.

Ebenheit prüfen: ggf. müssen noch Stellen gespachtelt oder etwas egalisiert werden, da Fliesen keine größeren Unebenheiten ausgleichen.

Sauberkeit: Staub unbedingt abkehren/absaugen. In Feuchträumen: Abdichtung aufbringen (Flüssigfolie oder Dichtbahnen) im Spritzwasserbereich. Danach kann der Fliesenkleber direkt auf der Grundierung bzw. Abdichtung aufgetragen werden.

Welche Ebenheitstoleranz muss Innenputz für Folgearbeiten (Fliesen, Trockenbauanschluss) einhalten?

Für Innenputz gelten die Toleranzen nach DIN 18202, Tabelle 3. In Wohnbereichen ist meist Zeile 6 der Tabelle (üblich) vereinbart, was bedeutet: bei 1 m Messabstand max. 4 mm Abweichung, bei 4 m max. 10 mm. Für Fliesen ist das oft ausreichend, kleinere Fliesen verzeihen leichte Unebenheiten durch Kleberbett. Bei großformatigen Fliesen werden jedoch strengere Ebenheit gefordert (oft Zeile 7, also z.B. 2 mm auf 1 m). Trockenbauanschlüsse haben flexible Profile, jedoch sollte an Stoßstellen auch im Bereich dieser Toleranzen geblieben werden. Ist nichts vereinbart, gilt Standard Q2 (entspricht Zeile 6 der Ebenheits-Tabelle)weka.de. Will der Auftraggeber z.B. fugenlose gespachtelte Oberflächen, müssten strengere Ebenheiten erreicht werden (Sonderleistung).

In welcher Reihenfolge kommen Gewerke: Maler, Trockenbauer, Putzer?

Normalerweise: Erst der Putzer, dann der Maler. Trockenbauwände werden meist schon vor dem Putz gestellt, aber verspachtelt oft erst parallel oder nach dem Putz (damit der Gipsstaub den frischen Putz nicht schädigt). Häufiger Ablauf: Mauerwerk hochziehen, Elektro/Heizung Rohinstallation, Trockenbauwände stellen, dann Innenputz an allen Massivwänden. Danach Estrich. Anschließend werden Trockenbauflächen verspachtelt (Q2) und alles trocknet. Dann kommen Maler für Grundierung und Anstriche. Wichtig: Trockenbau nicht extrem nässeaussetzen – also sollte der Putz vorher größtenteils abgebunden haben oder die Platten abgedeckt sein. Fenster sind idealerweise schon drin vor Putz, damit anschlüsse sauber geputzt werden können, aber sie müssen gut geschützt sein (Abkleben).

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